Vogesen

Aus Encyclopaedia Germanica

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Die Vogesen (auch Wasgau, im Nibelungenliede Wasgenwald, lat. Vosegus, frz. Vosges) sind der südlichen Hauptteil des west-oberrheinischen Gebirges, welcher in der Richtung von Süd nach Nord mit dem Rhein und dem östlich desselben sich hinziehenden Schwarzwald parallel läuft.

Ohne Zusammenhang mit dem Jura erheben sich die hauptsächlich aus Granit, Gneis, Buntsandstein, Rotliegendem, Unterdevon, Porphyr, Melaphyr und Muschelkalk bestehenden Vogesen nordwestlich von Basel und Altkirch zwischen Beffert (Belfort) und der Moselquelle steil aus der Ebene und ziehen, westlich durch die bogenförmigen Sichelberge (Monts Faucilles) mit dem Plateau von Langres verbunden, nordwärts zu den Quellen der Maas und Saar bis zur Lauter und gegen Pirmsens hin. Ihre weitere Fortsetzung, die sogenannten nördlichen Vogesen, führt den Namen Hardt und Donnersberg und reicht durch die Pfalz bis gegen Worms und zur unteren Nahe, durch welche sie von dem Hundsrück geschieden wird.

In dieser ganzen Ausdehnung haben die Vogesen eine Länge von etwa 330 km bei verschiedener Breite (40-50 km). Während die Vogesen gegen Süden zum Doubstal und, wie der gegenüberliegende Schwarzwald, mit welchem sie in Richtung, Form und geologischer Struktur große Verwandtschaft besitzen, in das Rheintal steil abfallen, gehen sie in die Hochebene von Lothringen meist sanft und allmählich über; die abfließenden Gewässer senden sie seitwärts zum Doubs, auf der Westseite der Mosel, ostwärts in vielen Bächen und Flüßchen der Ill und dem Rhein zu. Die eigentlichen Vogesen zerfallen in die oberen und unteren, deren Grenzscheide das Markircher- oder Lebertal bildet.

Inhaltsverzeichnis

Die Oberen Vogesen

Die Oberen Vogesen, der südliche Gebirgsabschnitt, auf dessen durchschnittlich 950 m hohem Kammer die Grenze zwischen dem Elsaß und Lothringen läuft, tragen, wie auch der südliche Schwarzwald, die höchsten Gipfel des Gebirges, die zumeiste abgerundete Kuppen bilden und zum Teil nach dieser Form Belchen (frz. Ballon) genannt werden.

Gipfel

Nördlich von dem etwa 360 m hoch gelegenen Paß von Beffert, durch welchen die Eisenbahnlinien von Basel und Mülhausen nach Frankreich und der Rhein-Rhone-Kanal hindurchgehen, steigen der Elsässer Belchen (frz. Ballon d'Alsace, 1290 m) an der Moselquelle, der Ballon der Servance (1189 m), der Trumenkopf (frz. Drumont, 1226 m), der Winterung (frz. Ventron, 1209m), der Krätzer (frz. Gresson, 1249 m) und der Hohneck (1366 m), sowie der Sulzer Belchen (frz. Ballon de Gebwiller 1426 m), der höchste Vogesengipfel, und am Markircher Tal der Brézouard (1231 m).

Seen

Hoch auf dem Gebirge liegen mehrere Seen, so der Schwarze See (950 m), der Weiße See (1054 m) an dem 1250 m hohen Reisberg, der Belchensee (950 m) am Sulzer Belchen und die Seen bei Gertsee (frz. Gérardmer) im Wasgau. Das Gebirge ist fast bis auf die obersten Höhen hinauf stark bewaldet. An südlichen und östlichen Abfällen liegen schöne Weinberge, zahlreiche Burgruinen und liebliche Täler. Von diesen Tälern sind das wiesenreich Schirmeneital (frz. Vallée de Giromagny) an der Savoureuse, das Masmünstertal an der Doller, das St. Amarinental bei Thann an der Thur, das anmutige Blumental bei Gebweiler an der Lauch und das Münstertal die bedeutendsten.

Die Unteren Vogesen

Die Unteren Vogesen, im Norden der oberen, sich etwa 128 km lang erstreckend, werden geteilt durch den nordwestlich von Straßburg gelegenen, nur 380 m hohen Zaberner Paß. Der südlich dieses von der Zorn, dem Rhein-Marne-Kanal und der Eisenbahnlinie Straßburg-Paris durchzogenen Passes gelegene Teil ist höher als der nördliche, welcher in die durchschnittlich 220-320 m hohe Hochebene von Lothringen übergeht.

Gipfel

Die höchsten Kuppen im südlichen Teil sind die Hohe Donne (frz. Donon, 1010 m) und nahe der Quelle der Breusch der Climont (974 m); südlich des Breuschtals liegen das Hochfeld (frz. Champ du Feu, mundart. Champ do Fé, 1095 m), der Ungersberg (904 m), der Odilienberg und das durch Oberlin berühmt gewordene Steinthal. Die lothringische Hochfläche besteht meist aus Gips- und salzhaltigen Kalkgebilden der Trias- und Juraformation.

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