Starhemberg, Guido Graf

Aus Encyclopaedia Germanica

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Guido Graf Starhemberg, geb am 11. November 1654 und gestorben zu Wien am 7. März 1737, war ein österreichischer Feldmarschall und Vizekönig von Spanien. Er war der Neffe von Ernst Rüdiger Graf Starhemberg und der Sohn von Bartholomäus Graf Starhemberg und der Gräfin Esther Windischgrätz.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Verteidigung von Wien

Guido Graf Starhemberg war 1683 bei Belagerung Wiens, der Adjudant seines Onkels Ernst Rüdiger Graf Starhemberg. Er focht bei mehreren Ausfällen an der Spitze der Truppen, vertrieb den Feind vor dem Burgravelin und hinderte denselben durch Schanzen und Bollwerke, in den Gassen weitervorzudringen, als derselbe sich am 4. und 5. September der Burg- und Löwelbastei bemächtigt hatte.

Türkenkrieg

In dem fortgesetzten Türkenkriege zeichnete er sich bei allen Gelegenheiten aus, besonders 1686 beim Sturm auf Ofen, bei Mohács vor Belgrad und Widdin, verteidigte Esseg, befehligte den rechten Flügel in der Schlacht bei Salankemen 1691 und zeichnete sich bei Großwardein und bei Zenta 1697 hervorragend aus. Im Jahr 1692 wurde Starhemberg Feldmarschalleutnant, 1696 Feldzeugmeister.

Spanischer Erbfolgekrieg

Beim Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges kämpfte er in Italien unter Eugen, der ihm 1703, als er nach Wien ging, den Oberbefehl übertrug. Er hidnerte den französischen Feldherrn Vendôme, in Tirol einzudringen, schlug ihn am Bormio und bewirkte 1704 die Vereinigung des österreichischen Heers mit dem des Herzogs von Savoyen.

In den Jahren 1706-1707 unterdrückte er den Aufstand in Ungarn. Zum Feldmarschall ernannt, übernahm er 1708 den Oberbefehl des in Spanien kämpfenden Heers und führte, ohne Hilfsmittel und große Streitkräfte, auf bloße Verteidigung beschränkt, einen lebhaften kleinen Krieg mit überraschenden Märschen, schlauen Überfällen, wie z.B. dem von Tortosa (1709), und Zerstörung der feindlichen Magazine. Nach dem Siegen, die er über Philipps von Anjou Heer bei Almenara am 27. Juli 1710 und bei Saragossa am 20. AUgust erfochten, eroberte er Madrid und ließ daselbst den Erzherzog Karl zum König ausrufen. Allein Mangel und Verrat nötigten ihn, sich nach Barcelona zurückzuziehen.

Bei Villa Viciosa in ungüsntiger Stellung überrascht, wurde er am 9. Dezember 1710 von Vendôme besiegt. Als Karl nach seines Bruders Joseph Tode in die deutschen Erblande zurückkehrte, um die Kaiserkrone anzunehmen, blieb Starhemberg als Vizekönig in Barcelona. Allein ohne Streitmittel und von den Verbündeten verlassen, mußte er infolge des Neutralitätsvertrags vom 14. Mai 1713 Barcelona räumen und sich mit seinen wenigen Truppen auf englischen Schiffen nach Genua zurückziehen.

Seitdem lebte er als Hofktriegsrats-Vizepräsident in Wien. In Eugens Abwesenheit während des Türkenkriegs 1716-18 vertrat er dessen Stelle als Hofkriegsrats-Präsident.

Er starb zu Wien am 7. März 1737. Starhemberg war nächst Eugen der größte Feldherr Österreichs.

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