Speckbacher, Josef
Aus Encyclopaedia Germanica
Josef Speckbacher, geboren im Äußeren Gnadenwalde bei Hall (Tirol) am 13. Juli 1764 und gestorben zu Hall am 28. März 1820, war ein Tiroler Freiheitskämpfer, einer der Führer des Tiroler Aufstandes von 1809.
Leben
Speckbacher kämpfte als Landesschütze schon 1797 in dem Gefecht bei Spinges, ebenso 1800 und 1805 in der Miliz als Grenzverteidiger gegen die Franzosen.
Erst das Jahr 1809 machte den Mann vom Rinn (von dem Gute seiner Frau Maria, geborene Schmiederer vom Rinn) berühmt. Zunächst zeichnete er sich in dem Heldenkampf vom 9. bis 13. April aus, überfiel am 12. April die bayrische Garnison der Stadt Hall und nahm mit dem Haller Kronenwirt Josef Straub die von Innsbruck entkommene bayrische Kavallerie gefangen.
Besonders aber tat er sich hervor in den Treffen vom 25. und 29. Mai, welche Innsbruck und ganz Tirol zum zweiten Mal befreiten. Sein zehnjähriger Sohn blieb ihm von Stunde an zur Seite. Nicht geringeren Mut und große Geschicklichkeit zeigte er bei der Blockade von Kufstein.
Als infolge des Znaimer Waffenstillstandes die Österreicher Tirol räumten, dieses aber dennoch fortfuhr, verzweifelte Gegenwehr zu leisten, war auch Speckbacher unter den Vordersten in den Gefechten vom 4., 6. und 7. August und in dem Treffen bei Innsbruck am 13., welches den Marschall Lefèbvre zwang, gänzlich aus Tirol zu weichen.
Nach der dritten Befreiung verband Speckbacher mit der Tiroler Verteidigung auch die des salzburgischen Gebirgslandes. Am 16. September erfocht er bei Lofer entscheidende Vorteile, streifte bis Reichenhall, hielt sich drei Wochen in Berchtesgaden, wurde aber am 16. Oktober bei Mellek geschlagen und sein Sohn gefangen; er selbst entkam nur mit genauer Not und flüchtete nach Wien. Erst die 1814 erfolgte Wiedervereinigung Tirols mit Österreich ermöglichte Speckbacher die Rückkehr in seine Heimat, wo er zu Hall am 28. März 1820 starb, daselbst auch beerdigt wurde, bis 1858 seine Leiche in der Innsbrucker Hofkirche (Franziskaner Kirche) neben der von Andreas Hofer und Haspinger beigesetzt wurde.

