Spach, Ludwig

Aus Encyclopaedia Germanica

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Ludwig Spach (Ludwig Lavater), geboren am 27. September 1800 in Straßburg und am 16. Oktober 1879 gestorben, war ein elsässischer Dichter.

Leben

Ludwig Spach wurde am 27. September 1800 zu Straßburg als Sprößling einer Kaufmannsfamilie geboren, erhielt seine erste Ausbildung in einer französischen Erziehungsanstalt und bei einem Landpfarrer in der Nähe von Straßburg, besuchte sodann das Protestantische Gymnasium daselbst, ging mit sechzehn Jahren an das dortige Protestantische Seminar über, um Theologie zu studieren, wandte sich 1820 der Rechtswissenschaft zu, beschäftigte sich aber vorwiegend mit Literatur und wurde hauptsächlich durch Goethe, Rousseau und Byron gefesselt. 1823 nahm er eine Hofmeisterstelle bei dem Grafen Saint-Aulaire an, lernte dadurch in Paris Männer wie Couzin, Guizot, Lamartine, Thiers und Villemain kennen und besuchte mit jenem zweimal, 1825/26 und 1831/34, Italien. Schon früh begann er deutsch zu dichten, ließ dann aber 1834 den Roman Henri Farel und 1835 den ersten Teil eines zweiten Romans Le Nouveau Candide in französischer Sprache erscheinen, in denen einerseits der Einfluß Goethes, andererseits der von George Sand hervortrat. 1835 bis 1839 war er als Erzieher in verschiedenen Familien und an verschiedenen Orten tätig. Der Erfolg seiner literarischen Tätigkeit befriedigte ihn so wenig, daß er ihr 1838 zu entsagen beschloß und im Jahre 1839 gerne die Stellung als Archivar des Departements Niederrhein (Bezirk Unterelsaß) annahm. Daneben war er vierzehn Jahre Kabinettschef des Straßburger Präfekten und einige Jahre auch Sekretär des Protestantischen Oberkonsistoriums. Abgesehen von seiner amtlichen Tätigkeit, der er mit großem Eifer und Erfolg oblag, entfaltete er eine ungemeine Regsamkeit in Vorträgen und kleineren Veröffentlichungen, die sich hauptsächlich die Vermittlung der Kenntnis der elsässischen Vergangenheit und des deutschen Geisteslebens an seine französischen Landsleute zum Ziele setzte. 1871 trat er in die deutsche Verwaltung über, behielt seine Stellung am Bezirksarchiv des Unterelsaß bei und wurde außerdem zum Honorarprofessor an der Straßburger Universität ernannt. Er hat zur Überleitung der elsässischen Verhältnisse in die deutsche Form in Wort und Schrift, durch Rat und Tat vielfach beigetragen. Er starb am 16. Oktober 1879.

Werke

  • Henri Farel, Roman Paris 1834
  • Le Nouveau Candide, Roman Paris 1835
  • Gedichte, Straßburg 1839
  • Saiser Sigismund in Straßburg. Ein historisches Singspiel, Straßburg 1866

Gedichte

  • Ich frage nie, woher die Töne kommen
  • Der Liebe Ruhe
  • Das Unaussprechliche
  • Die Weise und die Wiese
  • Clement Marot
  • Morgengenuß
  • Nicht lange mehr!
  • In der Nacht
  • Die Tiber fließt ruhig im Sonnenschein
  • Der Peters-Dom und das Straßburger Münster
  • Rückkehr
Persönliche Werkzeuge

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