Siegmund (Deutschland)

Aus Encyclopaedia Germanica

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Siegmund (auch Sigismund), geboren am 14. Febr. 1368 und gestorben am 9. Dez. 1437 in Znaim, war ein deutscher Kaiser. Er war der zweite Sohn Kaiser Karls IV. von dessen vierter Gemahlin, Elisabeth von Pommern.

Leben

Er erhielt 1378 die Mark Brandenburg. Seine Verlobung (1380) mit Maria, der Erbtochter Ludwigs des Großen von Ungarn und Polen, sicherte ihm nur die Erbfolge in Ungarn, da die Polen nach Ludwigs Tod (1382) ihn nicht als König anerkennen wollten.

Ludwigs Witwe Elisabeth zögerte auch mit der Vermählung Marias mit Siegmund, und erst als 1385 Karl von Durazzo Ungarn an sich zu reißen drohte, ließ sie dieselbe stattfinden, um Siegmunds Hilfe zu gewinnen, der die Marken verpfändete, um ein Hilfsheer zu rüsten. Nach Karls (1386) und Elisabeths (1387) Ermordung wurde Siegmund als König anerkannt und gekrönt.

Nach Marias Tod (1392) hatte Siegmund, der in Ungarn wenig beliebt war, von neuem mit Empörungen zu kämpfen, die er durch blutige Maßregeln zu unterdrücken suchte, und wurde zeitweise von den Großen sogar in Haft gehalten. 1396 zog er an der Spitze eines Kreuzheers gegen die Türken, erlitt aber bei Nikopoli (28. Sept.) eine Niederlage und wurde nur mit Mühe gerettet.

1402-1404 war er Reichsverweser von Böhmen an seines Bruders Wenzel Statt. Darauf widmete er sich ganz seinem ungarischen Königreich, wo er 1403 wieder seine Herrschaft hergestellt hatte, gab dem Lande treffliche Einrichtungen, eine neue Verfassung und Frieden im Innern, eroberte Bosnien und Dalmatien und unterwarf Serbien der ungarischen Oberhoheit.

Nach dem Tod Kaiser Ruprechts von der Pfalz (1410) bewarb er sich um die Kaiserkrone; sein Nebenbuhler war Jobst von Mähren. Zwar erhielten beide bei der Wahl gleiche Stimmen, allein der Tod Jobsts am 17. Jan. 1411 gewann Siegmund auch die übrigen Stimmen, und nachdem er Wenzel zum Verzicht bewogen, wurde er am 21. Juli 1411 von neuem gewählt.

Als König von Ungarn 1411-13 in einen Krieg mit Venedig verwickelt, erschien er erst 1414 in Deutschland und wurde am 8. Nov. zu Aachen gekrönt. Zur Beseitigung der Kirchenspaltung veranstaltete er das Konzil zu Konstanz, auf welchem er als Haupt der Christenheit, namentlich im Anfang, eine höchst wichtige und einflußreiche Rolle spielte. Er setzte den Verzicht des Papstes Johann XXIII. und, als dieser floh, seine Absetzung durch, demütigte dessen Bundesgenossen Friedrich von Österreich und unterstützte die Reformbestrebungen der Mehrheit des Konzils. Allerdings opferte er den Plänen der Union und der Reformation der Kirche Johann Huß, dem er freies Geleit versprochen hatte, dessen Verurteilung und Hinrichtung er aber zuließ. Auf dem gleichzeitig 1415 versammelten Reichstag verlieh er das Kurfürstentum Brandenburg dem Burggrafen Friedrich von Nürnberg, der es schon bis 1411 als Statthalter verwaltet hatte; die feierliche Belehnung erfolgte 1417.

Um die spanischen Könige für den Anschluß an das Konzil zu gewinnen und zwischen Frankreich und England Frieden zu stiften, unternahm er 1415-17 eine lange Reise nach Südfrankreich, Burgund und England, auf der er nur den ersten Zweck erreichte, dagegen durch den kläglichen Mangel an Geld die kaiserliche Würde auf beschämende Weise erniedrigte, während in seiner Abwesenheit die papistische Partei auf dem Konzil so die Oberhand gewann, daß er nach seiner Rückkehr die Wahl eines neuen Papstes vor der Reform der Kirche nicht hindern konnte.

Auch die erstrebte Reichsreform scheiterte. Die Erhebung der Hussiten nach Wenzels Tod 1419 verwickelte ihn in einen langen, aufreibenden und unglücklichen Krieg, der ihn an der Vollendung seiner Pläne hinderte. 1423 belehnte er Friedrich den Streitbaren von Meißen mit Kursachsen. Noch während des Hussitenkriegs zog er 1431 nach Italien, wurde am 25. Nov. 1431 in Mailand mit der lombardischen, am 31. Mai 1433 in Rom mit der Kaiserkrone gekrönt, stiftete darauf zwischen dem Papst und dem Baseler Konzil einen kurzen Frieden und erlangte 1436 endlich seine Anerkennung als König von Böhmen.

Nachdem er noch vergeblich eine Reichsreform versucht, starb er am 9. Dez. 1437 in Znaim. Er war in zweiter Ehe mit Barbara von Cilli vermählt und hatte von dieser eine Tochter, Elisabeth. Sein Äußeres zeigte Majestät, verbunden mit Anmut. Er redete sechs Sprachen geläufig; er war leutselig, ritterlichen Sinnes und freigebig. Auch fehlte es ihm nicht an Verständnis für die hohen Aufgaben seiner Stellung, Tätigkeit und gutem Willen, aber durchaus an stetiger Ausdauer und Beharrlichkeit. In den wichtigsten Augenblicken vergaß er seine kaiserliche Pflicht über sittenlosen Ausschweifungen, und in steter Geldverlegenheit, verschmähte er die niedrigsten Mittel nicht, um sich seinen Verpflichtungen zu entziehen oder seine Kasse wieder zu füllen. Mit ihm erlosch das Haus der Luxemburger. Erbe der Länder Siegmunds sowie der Kaiserwürde war sein Schwiegersohn Albrecht, Erzherzog von Österreich, als Kaiser Albrecht II.

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