Schwarze Sonne

Aus Encyclopaedia Germanica

Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Schwarze Sonne als zwölfspeichiges Sonnenrad, bestehend aus 12 Zilrunen
vergrößern
Die Schwarze Sonne als zwölfspeichiges Sonnenrad, bestehend aus 12 Zilrunen

Der Begriff Schwarze Sonne ist vielschichtig. Er bezeichnet im Mythos einerseits eine Gegensonne zu unserer (goldenen) Sonne, andererseits eine schöpfende Zentralsonne im Weltall und damit eine Manifestation "Gottes". Bekannt ist die Schwarze Sonne jedoch als ein Symbol, ein 12-speichiges Sonnenrad, welches von der SS als Bodenmosaik im Nordturm der Wewelsburg eingelassen wurde.


Inhaltsverzeichnis

Früheste Quellen

Die ältesten Hinweise auf die Schwarze Sonne stammen aus Babylonien und Mesopotamien. Es wird gemutmaßt, dass der Mythos vor ungefähr 10 000 Jahren aus dem Norden nach Mesopotamien gelangte. Das älteste archäologische Zeugnis der Schwarzen Sonne wird allerdings auf das 3. Jahrtausend vor unserer Zeit datiert. Es handelt sich dabei um eine Schrift mit dem Titel „Ilu Ischtar“, welche aus der Zeit Sargons des I. stammt. Sargon war zu dieser Zeit der Herrscher Babils, was von einigen Historikern jedoch bestritten wird, da Babylon erst viel später entstand. Es gibt jedoch Vermutungen, dass sich unter den Steinen Babylons noch Reste, eines weitaus älteren großen Reiches befinden.

Die "Ilu Ischtar" berichtet, dass es am Anfang, noch bevor es irgendeine manifestierte, göttliche Kraft gab, nur Geistkräfte männlicher und weiblicher Art (ILU Kräfte) gegeben hat. Als diese sich sammelten, kam es zu großen Anziehungskräften zwischen beiden Polen, wodurch letztendlich die Vereinigung bewirkt wurde. Aus dieser Vereinigung entstand Gott (IL), der alles geistige Leben zeugte. Anschließend schuf er das Universum, in deren Mittelpunkt er eine lebensspendende Zentralsonne setzte, die als die gleiche Urkraft zu verstehen ist, wie die aus den weiblichen und männlichen ILU Kräften resultierende.

Die Schwarze Sonne ist nach dieser Darstellung also eine Art "Sonne", die sich im Zentrum des Universums befindet, von wo aus sie schöpferische "Urlichtstrahlen" sendet, welche unter anderem das Leben erschaffen haben sollen.

Karl Maria Wiligut

Der SS-Brigadeführer Karl Maria Wiligut, auch "Weisthor" genannt, stand Himmler als Berater in religiösen Fragen zur Seite, was ihm den Beinamen "Rasputin Himmlers" einbrachte. Er behauptete von sich selbst, direkt von den germanischen Göttern abzustammen. Wiligut war Anhänger einer Religion, welche er als Irminentum bezeichnete und welche eine Form des germanischen Heidentums darstellt. Gründer dieser Religion sei der später als Lichtgott verehrte Baldur gewesen, welcher 9.600 v.Chr. in Goslar von Wotanisten gekreuzigt worden sein soll.

Für Wiligut war die Schwarze Sonne ein Himmelskörper, der die Erde außerhalb der Ekliptik umkreist. Sie ist der passive Gegenpol zur aktiven goldenen Sonne, welche zusammen ein sanduhrähnliches dualistisches System bilden, bei dem jeweils die aktive Sonne Artharteilchen aussendet und die passive Sonne diese Energie absorbiert. Sobald die aktive Sonne keine Energie mehr hat, kommt es zur Umpolung. Die passive Sonne wird zur aktiven und umgekehrt. Vor hunderttausenden von Jahren soll die Schwarze Sonne einmal die aktive Sonne und damit das Zentrum des Sonnensystems gewesen sein. Vor 1,5 Millionen Jahren soll es zur Umpolung gekommen sein, bei der die Goldene Sonne die Schwarze Sonne als aktive Sonne "ablöste". Dabei sei es zu einem Stillstand der Massen und einer Verwirbelung des Sonnensystems gekommen. Der gesamte Vorgang habe 800.000 Jahre gedauert.

 Ornament im Obergruppenführersaal der Wewelsburg
vergrößern
Ornament im Obergruppenführersaal der Wewelsburg

Das Ornament im Obergruppenführersaal

Die Schwarze Sonne ist als 12-speichiges Sonnenrad im Obergruppenführersaal bzw. der Säulenhalle im Nordturm der Wewelsburg als Bodenmosaik dargestellt. Es ist anzunehmen, dass der Entwurf dafür von Karl Maria Wiligut stammt. Dafür spricht u.a. die Tatsache, dass die 12 Speichen des Sonnenrades aus 12 Zilrunen bestehen. Die Zilrune ist die Spiegelung der Sigrune und stellt deren dämonische Umwendung dar. Wiligut ist der einzige Runenmystiker, der die Zilrune erwähnt. Für Wiligut symbolisiert die Sigrune die schöpfende Kraft. Die Zilrune ist demzufolge das Symbol der Zerstörung. Die Schwarze Sonne ist somit ein destruktives, zerstörerisches Symbol, das Symbol des Feuerbringers Loki, welchen Dipl.-Ing. Emil Rüdiger als den Höchsten aller Asen beschreibt. Unter dem Pseudonym "Jarl Widar" schreibt Wiligut in "Gotos-Raunen - Runenwissen" folgendes:

Im Al das Gotosfeuer von Geist im Stoff durch Kraft zeigt "sig=sal=sol=sun=rune", der Schöpfung Meisterschaft...

Dämonisch umgewendet erscheint sie uns als Zil, als zag und zug - das endet, zur Ruh das Lebensspiel

Die Zahl Zwölf

Walther Blachetta beschreibt die Zwölf als die Zahl der Vollendung und des Zieles. 12 Monate hat das Jahr, von 12 Asen, die zu den Richterstühlen fahren, ist in der Edda die Rede, 12 Jünger saßen am letzten Abendmahl und 12 Ritter saßen an Artus' Tafelrunde. Darauf basierend wird von einigen angenommen, dass bei den Treffen im Obergruppenführersaal auch immer 12 Offiziere anwesend waren, mit Himmler als 13. und Großmeister. Dies ist jedoch nicht hinreichend belegt. eine größere Bedeutung dürfte die Zahl Zwölf in Bezug auf die 12 Tierkreiszeichen haben.

Der Tyrkreis

Der Begriff Tierkreis soll angeblich auf "Tyrkreis" zurückgehen, was daher käme, dass Tyr von einigen germanischen Stämmen als Gott des Himmels und der Zeit verehrt wurde. Für Wiligut spielte der Tierkreis, bzw. Tyrkreis in erster Linie eine Rolle in Bezug auf die Weltzeitalter, welche durch die Präzession der Erdachse bestimmt werden. So wie die Erde sich in einem Tag um sich selbst dreht, dreht sich auch die Erdachse um sich selbst. Eine Umdrehung (= ein kosmisches Jahr) benötigt 25.920 Erdenjahre. So wie die Sonne im Laufe eines Erdenjahres durch die zwölf Tyrkreiszeichen wandert, so wandert auch der Frühlingspunkt, bedingt durch die Präzession der Erdachse innerhalb eines kosmischen Jahres durch den Tyrkreis, allerdings rückläufig. So kommt es, dass der Frühlingspunkt alle 2155 Jahre um ein ganzes Tyrkreiszeichen zurück rückt. (Das Wissen um diesen Vorgang soll auch schon den Tempelrittern bekannt gewesen sein.) Zur Zeit steht der Frühlingspunkt zwischen Fische und Wassermann, was heißt, dass wir uns in einer Übergangsphase vom Fischezeitalter ins Wassermannzeitalter befinden. Vom Wassermannzeitalter heißt es, es würde die Schrecken, die mit dem Fischezeitalter aufkamen, vertreiben. Eine neuheidnische Interpretation dessen lautet, dass dies die Vernichtung des Christentums und das neue Aufkeimen alten heidnischen Weistums bedeutet. Das Aufkommen des Christentums geht schließlich einher mit dem Beginn des Fischezeitalters, genau wie das Aufblühen des Neuheidentums mit dem Ende des Fischezeitalters einher geht. Schließlich sprießen neuheidnische Gruppierungen in den letzten Jahrzehnten förmlich aus dem Boden. Des weiteren heißt es, das Wassermannzeitalter würde Ragnarök einleiten, weshalb die Chefin des Armanenordens, Sigrun, es auch als Heimdallzeitalter bezeichnet, nach dem Gott, der im Ragnarök zur letzten Schlacht bläst.

Bedeutung heute

Heutzutage erfreut sich die Schwarze Sonne vor allem in der nationalen Bewegung großer Beliebtheit, da es eine Alternative zu verbotenen Symbolen darstellt und dennoch eindeutigen Bezug zum Nationalsozialismus herstellt. Des weiteren wird es häufig in der NS Black Metal Szene verwendet, um den Bezug des Nationalsozialismus zum germanischen Heidentum darzustellen. Außerhalb der politischen Rechten wird die Schwarze Sonne nur selten verwendet. Neuheiden stören sich oftmals am politischen Hintergrund der Schwarzen Sonne und meiden dieses Symbol daher.

Jan Udo Holey bezeichnet als "Schwarze Sonne" diejenige Sonne, welche laut der Theorie der hohlen Erde im Inneren des Planeten strahlt. Dies ist jedoch eine sehr individuelle Interpretation.

Persönliche Werkzeuge