Ley, Robert

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Dr. Robert Ley
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Dr. Robert Ley

Robert Ley (* 15. Februar 1890 in Niederbreidenbach bei Nümbrecht, Rheinland; † 25. Oktober 1945 in Nürnberg) war Leiter der Massenorganisation Deutsche Arbeitsfront. Nach ihm ist der Siedlungstyp Ley-Siedlung benannt.

Ley studierte Lebensmittelchemie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Als Freiwilliger nahm er am Ersten Weltkrieg als Artillerist in den Schlachten von Verdun und an der Somme teil. Nach einem Flugzeugabschuss am 29. Juli 1917 gelangte er in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1920 schwer verletzt nach Deutschland zurückkehrte.

1924 trat Ley in die NSDAP ein. Adolf Hitler berief ihn 1925 zum Gauleiter von Rheinland-Süd. 1928 ernannte man ihn zum hauptamtlichen Organisationsleiter der NSDAP im Gau Köln-Aachen und er wurde Mitglied des Preußischen Landtags. Im September 1930 zog Ley in den Reichstag für den Wahlkreis 20 Köln-Aachen für die NSDAP ein. Er blieb bis zum Kriegsende im Mai 1945 Mitglied des Reichstags. Hitler ernannte ihn im Herbst 1931 in München zum Reichsinspekteur der Parteiorganisation (PO).

Nach dem Rücktritt von Gregor Strasser am 8. Dezember 1932 ernannte ihn Hitler im Dezember 1932 zum Reichsorganisationsleiter (ROL) der NSDAP. Da Ley jedoch nicht die Vollmachten seines Vorgängers erreichte, versuchte er in den folgenden Jahren seine Machtstellung auszubauen. Seine persönliche Zielsetzung bestand darin, die Partei als „Erzieher“ und „Betreuer“ umzubauen. So wollte er die Kontrolle über die Organisation, die Schulung und die Personalpolitik erringen. Er erreichte, dass ihm die Organisation der Eliteschulen, der Ordensburgen und die Gestaltung der Nürnberger Parteitage unterstellt wurden. Während des Zweiten Weltkriegs wurde ihm auch die Aufsicht über das staatliche Wohnungsbauprogramm übertragen.

Nach 1933 wurde er Leiter des Aktionskomitees zum Schutz der Deutschen Arbeit. Das Aktionskomitee wurde wenig später in die Deutsche Arbeitsfront (DAF) überführt, deren Leiter Robert Ley bis 1945 war. Die DAF schloss sich als Verband der NSDAP an. Das Bild vom Arbeiter sollte nach dem Selbstverständnis der DAF einer „Organisation aller schaffenden Deutschen der Stirn und der Faust“ entsprechen, mit dem Anspruch, den Arbeiter „zum gleichberechtigten und geachteten Mitglied der Nation“ zu erheben. Die Mitgliederzahlen der DAF betrugen 5.320.000 im Juli 1933, 16.000.000 im Juni 1934 und 25.000.000 im Dezember 1942, womit sie die größte Massenorganisation im sogenannten Dritten Reich wurde. Sie führte die Gleichschaltung der Arbeits- und Freizeitwelt der Deutschen im Sinne des Nationalsozialismus durch. Innerhalb der DAF gründete Ley die Organisation "Kraft durch Freude".

Nach Leys Ideen wurden bis 1935 Parteischulen für junge Erwachsene (so genannte Ordensburgen) gebaut, u. a. die Ordensburg Sonthofen im Allgäu und die Ordensburg Vogelsang in der Eifel. 1937 kamen in Zusammenarbeit mit dem „Reichsjugendführer“ Baldur von Schirach außerdem die parteieigenen Adolf-Hitler-Schulen für Jungen ab 12 Jahren hinzu.

Ab 1939 verlor Ley seinen ehedem beträchtlichen Einfluss zunehmend an den Minister für Bewaffnung und Munition Fritz Todt und später dessen Nachfolger Albert Speer. Auch Fritz Sauckel als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz machte ihm wichtige Funktionen streitig. Lediglich im Bereich des Wohnungswesens konnte Ley, der am 14. November 1940 von Adolf Hitler zum „Reichskommissar für den sozialen Wohnungsbau“ und im Frühjahr 1942 mit erweiterten Kompetenzen zum „Reichswohnungskommissar“ ernannt worden war, seine führende Stellung behaupten. Gegen den Widerstand von Franz Seldte (Reichsarbeitsminister) und Martin Bormann (Leiter der Parteikanzlei der NSDAP) und mit strategischer Unterstützung von Albert Speer erhielt er den Auftrag zu Einrichtung des Deutschen Wohnungshilfswerks, mit dem die Luftkriegsopfer ab Herbst 1943 mit behelfsmäßigem Wohnraum versorgt werden sollten.

Am 29. April 1945 wurde er in Hitlers politischem Testament als Leiter der DAF bestätigt. Einige Tage später, im Mai 1945, wurde er von US-amerikanischen Truppen verhaftet und als einer der Hauptkriegsverbrecher von Nürnberg angeklagt. Ley nahm sich daraufhin in Gefangenschaft das Leben.

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