Odin

Aus Encyclopaedia Germanica

Wechseln zu: Navigation, Suche

Odin ist die skandinavische Namensform des Gottes, welchen die sächsischen Völker Wodan und die Oberdeutschen Wuodan nannten.

Odin ist einer der größten Götter, seine Verehrung ging durch alle germanischen Stämme.

Nach nordischer Überlieferung erschlug er mit seinen Brüdern Vili und Ve den Urriesen Ymir und bildete darauf eine neue Welt. Seine Gattin ist Frigg.

Inhaltsverzeichnis

Sonnengott

In seinem Wesen liegen elementare und geistige Eigenschaften verbunden, und es erklärt sich daraus, daß er der gewaltigste Himmels- und Luftgott der germanischen Mythologie ist. Einäugig, da er ein Sonnengott, fliegt Odin auf dem achtfüssigen Rosse Sleipnir durch alle Welt, mit dem tiefen Wolkenhut und dem dunkeln Himmelsmantel bedeckt, in seiner Hand den Ger Gungnir.

Die Sturmritte Odins leben noch in dem Wütenden Heere oder der Wilden Jagd fort, welche nach schwedischem und schonischem Volksglauben noch heute Odin führt, nach holsteinischem, mecklemburgischem und pommerschem der Wod; die Schwaben sprechen vom Wuotes Heer. Die Wilde Jagd braust besonders zu altheiligen Zeiten über die Erde, an denen der Gott seinen Festumzug dereinst hielt.

Windgott

Als Windgott beherrscht Odin auch die Schiffahrt; er heißt in dieser Eigenschaft Hnikar und Hlefreyr. Größer ist jedoch sein Einfluß auf den Feldbau. Daher ist er der deutsche Erntegott, dem von den Früchten Opfer gebracht wurden und der zu Herbst und Mittwinter hoch gefeiert wurde.

Kriegsgott

Odin gilt auch im allgemeinen als der Geber des Reichstums sowie als Kriegsgott. Zu ihm beteten die Völker vor der Schlacht und weihten ihm die Feinde durch feierlichen Speerwurf zum großen Opfer. Seinen Günstlingen lehrt er die Kriegskunst.

Die Walkyren, seine Schlachtjungfrauen, lenken nach seinem Befehle die Schlachten und geleiteten die Gefallenen in Odins Halle, die Walhöll, wo dieselben ein unsterbliches Kriegerleben führen.

Totengott

In den Sagen von den bergentrückten Königen mit großem Gefolge findet sich Odin in der Walhalle mit seinen Einherjer wieder. Damit ist zugleich seine Eigenschaft als Totengott bezeichnet.

Als Sonnengott ist er auch der Allwissende, indem er von seinem Himmelssitze Hlidskialf alle Vorgänge der Welt sieht und ihm außerdem seine beiden Raben Hugin und Munin, Gedanke und Gedächtnis, alles Geschehene zutragen. Täglich verkehrt er mit Saga, und Bragi, der Gott der Dichtkunst, ist sein Sohn. Er selbst spendet den echten Dichtern die Gabe der Poesie durch einen Trunk von dem Methe Odhroeris, welchen er abenteuerlich von einer im Berge verschlossenen Jungfrau erworben hat.

Erfinder der Runen

Odin erfand auch die Runen und beherrschte damit auch die Zauberkunst. Ferner gilt er als Gesetzerfinder und oberster Richter der Welt.

Odinstag

Der Odinstag ist der Mittwoch.

Persönliche Werkzeuge