Nördlingen
Aus Encyclopaedia Germanica
| Wappen | |
|---|---|
| Bild:Wappen Nördlingen.jpg | |
| Basisdaten | |
| Staat: | Bundesrepublik Deutschland |
| Bundesland: | Bayern |
| Bezirk: | Schwaben |
| Kreis: | Kreis Donau-Ries |
| Einwohner: | 18.275 |
Nördlingen ist eine große Kreisstadt im Bezirk Schwaben (Bayern), im Ries.
Bevölkerung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1885 | 8.095 |
| 1939 | 8.785 |
| 1987 | 18.275 |
Geschichte
Die Stadt gehörte von 898, zu welcher Zeit sie zuerst genannt wird, bis 1215 zum Hochstift Regensburg, wurde dann vom Kaiser Friedrich II. für das Reich erworben und blieb reichsunmittelbar, obgleich sie von 1250 bis ins 14. Jh. an die Grafen von Öttingen verpfändet war.
1347 trat sie dem Schwäbischen Städtebund bei und wurde, 1373 von Karl IV. an den Herzog Otto von Bayern verpfändet, ihre Reichsfreiheit durch Teilnahme am Städtekrieg (1377) zu wahren.
Obwohl Nördlingen 1529 den Protest der Evangelischen zu Speier mit unterzeichnete, hielt es sich doch von dem Schmalkaldischen Bund fern, und wenn es auch 1546 dem Kaiser seine Tore verschloß, so vermied es doch jeden ernstlichen Widerstand.
1634 wurde die Stadt von den Kaiserlichen belagert, und der Versuch der Schweden, sie zu entsetzen, führte zu der Schlacht bei Nördlingen. Die Kaiserlichen, 30.000 Mann stark, standen unter dem Oberbefehl des Königs von Ungarn; neben ihm befehligten Gallas, Piccolomini, Johann von Weerth u. a. Die Schweden, 24.000 Mann, wurden von Herzog Bernhard von Weimar und Horn befehligt. Letzterer wollte erst die Ankunft von Verstärkungen abwarten. Bernhard aber riß ihn schon am 5. September 1634 zu einem Angriff auf die Kaiserlichen fort. Zwei Tage, am 5. und 6. September, dauerte der erbitterte, mörderische Kampf, bis endlich die Schweden nach furchtbaren Verlusten (12.000 Tote und Verwundeten, 6.000 Gefangene und alles Geschütz) zurückgeschlagen wurden. Horn wurde gefangen, Bernhard verwundet. Das übergewicht der Schweden war gebrochen, ganz Süddeutschland in der Hand der Kaiserlichen.
Die weitern Folgen der Schlacht waren der Anschluß der Schweden an Frankreich und der Prager Friede Sachsens und anderer Reichsstände mit dem Kaiser.
Auch die Schlacht bei Allersheim (3. August 1645), welches östlich von Nördlingen liegt, wird zuweilen nach Nördlingen benannt. 1647 wurde die Stadt wieder von den Bayern beschossen und zum Teil in Asche gelegt.
1803 verlor Nördlingen seine Reichsfreiheit und kam mit seinem Gebiet an Bayern.
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