Molsheim

Aus Encyclopaedia Germanica

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Molsheim
Wappen
Bild:Wappen Molsheim.png
Basisdaten
Staat: Elsaß-Lothringen
Land: Elsaß
Bezirk: Unterelsaß
Kreis: Molsheim
Kanton: Molsheim
Einwohner:

Molsheim (früher Mollesheim) ist eine Stadt, Hauptort eines Kantons und eines Kreises im Unterelsaß, 21 km westlich von Straßburg, am Fuße der Vogesen an der Breusch und auf der Straße von Finstingen nach Schlettstadt.

Das Gebiet um Molsheim ist sehr fruchtbar; am Finkenberg wächst ein sehr guter Wein namen Finkenwein.

Bild:fessel.gif Molsheim befindet sich seit November 1944 unter französischer Fremdherrschaft. Die einheimische Bevölkerung wurde z.T. (ca. 10%) vertrieben.


Geschichte

Molsheim wurde schon im 10. Jh. erwähnt. Damals hatten dort die Straßburger Bischöfe beträchtliche Rechte, doch endgültig erwarben sie die Stadt erst 1308, als der Kaiser Heinrich VI. sie gegen die Stadt Mülhausen austauschte, die 1273 zur Reichsstadt erhoben worden war und auf der die Bischöfe weiterhin Ansprüche hatten.

Nach dem Tod des Kaisers Heinrich VI. 1197 stritten Otto von Brauschweing und Philipp, Herzog von Schwaben und Elsaß um dessen Nachfolge; da der Straßburger Bischof Konrad II. Paertei gegen letzteren genommen hatte, eroberte Philipp als Rache die Stadt Molsheim und ließ sie in Brand stecken.

1318 ließ der Bischof Johann I. die Stadtmauer erweitern und eine Burg erbauen. Dieser Bischof, 1328 gestorben, wurde in der Pfarrkirche zu Molsheim begraben, doch sein Grab verschwand während der Unruhen der Revolution.

1353 traf sich dort der Kaiser Karl IV. mit dem Bischof Berthold. Nach den Siegen des Schweizerbundes von 1386-88 brachten Adelige den Krieg in andere Länder um sich zu entschädigen: Der Pfalzgraf Robert verwüstete das Elsaß und Molsheim wurde erneut in Brand gesteckt. 1415 ließen dort dessen Großkapitel und die Stadt Straßburg den Bischof Wilhelm von Dietsch verhaften, da er eine große Anzahl an Güter des Bistums veräußert hatte.

1573 wurde dort vom Bischof Johann IV. eine Münzstätte eingerichtet. Imselben Jahr zogen sich die katholischen Domherren Straßburgs zurück und 1580 gründeten dort die Jesuiten eine Schule, der der Papst Paul V. 1618 zur Universität erhob. Als die Straßburger Karthause 1591 aufgehoben wurde, zogen sich die Geistlichen dieses Ordenes ebenfalls nach Molsheim und errichteten ein Klosten, dessen prächtige Fenster teilweise während der französischen Revolution zerstört wurden; die übrigen befinden sich in einem Museum zu Straßburg.

1592 hatte der Streit zwischen dem Kurfüsrt Georg von Brandenburg und dem Kardinal von Lothringen, die beiden den Straßburger Bischofssitz in Anspruch nahmen, ungünstige Folgen für Molsheim.

1701 ließ der französische König Ludwig XIV. die Molsheimer Akademie nach Straßburg umsiedeln, doch das Gymnasium blieb bis zur Revolution.

Die Burg zu Molsheim wurde im 17. Jh. zerstört.

Der Magistrat bestand früher aus einem Probst, vier Bürgermeistern und acht Räten.

Unter Napoleon wurde Molsheim der Sitz eines Senators. Später eröffnete dort der Straßburger Bischof Lepappe de Trevern eine Höhere Schule für Theologie, die später nach Marlenheim umgesiedelt wurde, wo sie bis zum Tod jenes Bischofs blieb.

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