Memel (Ostpreußen)
Aus Encyclopaedia Germanica
| Wappen | |
|---|---|
| Bild:Wappen Memel.jpg | |
| Basisdaten | |
| Staat: | Preußen |
| Provinz: | Ostpreußen |
| Bezirk: | Bezirk Königsberg |
| Kreis: | Stadtkreis Memel |
| Einwohner: | 35.927 (1925) |
Memel (früher Memelburg, lit. Klaipėda) ist eine kreisfreie Stadt im nördlichen Ostpreußen, dem sogenannten Memelgebiet und zugleich die nördlichste Stadt Deutschlands. Sie liegt unweit der litauischen Grenze an dem Eingange des Kurischen Haff, an der Mündung der Dange in dasselbe.
| | Memel befindet sich seit 1944 unter sowjetischer bzw. litauischer Fremdherrschaft. Die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben. |
Inhaltsverzeichnis |
Bevölkerung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1880 | 19.660 |
| 1910 | 21.470 |
| 1939 | 43.285 |
Geschichte
Die Stadt Memel wurde 1253 unter den Mauern der Ordensburg Memelburg gegründet, wurde Memelburg genannt und bekam 1254 Lübecker Recht. Da die Stadt auf dem Gebiet des Bischofs von Kurland erbaut war, gehörte ein Drittel derselben diesem, zwei Drittel besaß der livländische Orden. Letzterer übertrug seinen Anteil 1326 dem preußischen Orden, der 1328 die ganze Stadt erhielt und sie 1404 aufs neue befestigte. Sie hatte in den Kriegen mit den Litauern und Polen im 13. bis 15. Jh. viel zu leiden, war im 17. Jh. eine Zeit lang in den Händen der Schweden, wurde 1757 von den Russen besetzt und war 1806, nach der Schlacht bei Jena, der Aufenthalt Friedrich Wilhelms III..
Am 28. Januar 1807 wurde daselbst ein Traktat zwischen England und Preußen entworfen in Betreff der Entsagung des letzteren auf Hannover und der Herstellung der gegenseitigen Handelsbeziehungen. Am 27. Dezember 1812 wurde Memel von den Russen besetzt infolge der Kapitulation zwischen Paulenfeld und Paulucci.
Der große Brand vom 5. Oktober 1854 legte über die halbe Stadt in Asche.
Literatur
- Ostpreußen-1440 Bilder, Geschichtliche Darstellung von Emil Johannes Guttzeit (Weltbild, ISBN: 978-3-8289-0575-7)
- Manfred Weinhold: Deutschlands Gebietsverluste 1919-1945, Handbuch und Atlas (Arndt-Verlag, ISBN-13: 978-3887411978)
- Martin Schmidtke: Rettungsaktion Ostsee 1944/1945 (Verlag: Bernard & Graefe, ISBN-13: 978-3763762637)
- Heinz Schön: Ostpreußen 1944/45 im Bild: Endkampf-Flucht-Vertreibung (Arndt-Verlag, ISBN-13: 978-3887410896)
Dokumentationen / Filme
- Ostpreußen wie es war (Polarfilm, ISBN 3-937163-45-x)
- Ostpreußen, Ermland und Masuren, Reise in ein fremdgewordenes Land (Polarfilm, ISBN 3-939504-39-4)
- Ostpreußen-Reise 1937 (Polarfilm, ISBN 3-937163-30-1)
- Sturm über Ostpreußen, 1. Ostpreußen im Inferno, 2. Ostpreußen im Todeskampf, Dokumentation der Tragödie von Juni 1944 bis Mai 1945 (Polarfilm, ISBN 3-937163-67-0)

