Kurland
Aus Encyclopaedia Germanica
Kurland ist ein Gebiet im heutigen Lettland. Die Kuren hatten zwischen dem 7. und 9. Jahrhundert gemeinsam mit den Prußen die führende Rolle unter den baltischen Stämmen inne. Das Volk der Kuren besiedelte ursprünglich die gesamte Kurische Nehrung, Teile des Festlandes am Kurischen Haff und im Memelland. Bereits Mitte des 7. Jahrhunderts wurde Kurland auch von Wikingern besiedelt. Nordische Sagas schildern die Taten der Könige Ivar Vidfamne und Harald Hildetand aus dem Geschlecht der Skjödungar.
Nach der Eroberung der Region durch den Livländischen Orden und den Deutschen Ritterorden im 13. Jahrhundert gingen die Südkuren in den Pruzzen oder Prußen, den späteren Ostpreußen, auf. Die nördlichen Bevölkerungsteile vermischten sich mit Litauern und Letten. Über Kurland zogen die Ritter des Deutschen Ordens bei ihrer Ostexpansion bis weiter nach Livland, in das Gebiet des heutigen Estland, wo versprengte Heeresteile und deren dänische und estnische Verbündete im Jahre 1242 in der Schlacht auf dem Peipussee durch das russische Heer von Alexander Newski geschlagen wurden.
Nach diesem Gebiet benannt war auch die Heeresgruppe Kurland, ein Heeres-Großverband der Heeresgruppe Nord der deutschen Wehrmacht, die im Oktober 1944 nach einem Vorstoß der Roten Armee an die Ostseeküste bei Memel dort in der sogenannten Kurland-Tasche eingeschlossen wurde.
Als letztes Ehrenzeichen des Zweiten Weltkrieges wurde im März 1945 das Ärmelband Kurland zur Erinnerung "an die erfolgreiche Verteidigung Kurlands gegen einen vielfach überlegenen Feind" geschaffen. Das Ärmelband zeigt neben der Inschrift "KURLAND" ein Hochmeisterwappen des Deutschen Ritterordens und einen Elchkopf.
Nach der Bedingungslosen Kapitulation der Wehrmachtsführung am 8. Mai 1945 weigerte sich die Heeresgruppe Kurland unter ihrem Generaloberst Carl Hilpert, als eine der letzten intakten Kampfeinheiten Deutschlands, ebenfalls zu kapitulieren. Sie wollte sich als Freikorps aufstellen und unter Schutz des neutralen Schweden begeben. Die Angehörigen der Armee sollten vor Ort verbleiben und sich dort ansiedeln. Geplant war die Gründung eines unabhängigen deutschen Staates "Kurland". Es wurden sogar noch Ende Mai 1945 behelfsmäßige Briefmarken mit dem Aufdruck "Kurland" herausgegeben. Die Rote Armee entwaffnete schließlich dennoch die Einheiten und verbrachte sie in Kriegsgefangenschaft.

