Kattowitz

Aus Encyclopaedia Germanica

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Kattowitz
Wappen
Bild:Wappen Kattowitz.jpg
Basisdaten
Staat: Preußen
Provinz: Oberschlesien
Bezirk: Bezirk Kattowitz
Kreis: Kattowitz
Einwohner: 119.521 (1941)

Kattowitz (poln. Katowice) ist die Hauptstadt Oberschlesiens.

Bild:fessel.gif Kattowitz befindet sich seit 1945 unter polnischer Fremdherrschaft. Die einheimische Bevölkerung wurde großteils vertrieben.


Geschichte

Kattowitz trat bis auf einige wenige urkundliche Erwähnungen, wie erstmals 1598, vor der Industralisierung, kaum ins Licht der Geschichte. Der Aufstieg des Ortes begann, in preußischer Zeit, mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke nach Myslowitz im Jahre 1846. Der zunehmenden Industralisierung sowie der Gunst einiger einflussreicher Unternehmer, wie z.B. Richard Holtze, hat die Stadt ihren Aufstieg zu verdanken. So wurden Kattowitz bereits im Jahre 1865 die Stadtrechte verliehen. Nach einer Phase wirtschaftlichn Rückgangs in den Jahren nach 1875, bedingt durch den Gründerkrach und den ,,Zollkrieg" mit Russland, besserte sich die Lage in der letzten halben Dekade des 20. Jahrhunderts wieder, was unter anderem durch die Verlegung der schlesischen Eisenbahndirektion von Breslau nach Oppeln gegennzeichnet wurde. 1893 erfolgte zudem die Bildung eines Stadtkreises Kattowitz, nachdem es bereits 1873 zur Bildung des entsprechenden Landkreises gekommen war. Nach einem erneuten Auftragsanstieg in der Schwerindustrie während des Weltkrieges begannen nach der vermeintlichen Niederlage Deutschlands und der sich anschließenden ,,Friedensverhandlungen" schlechte Zeiten, besonders für die deutschen Bewohner Kattowitz'. Zunächst kam es, wie in nahezu ganz Oberschlesien zu einer Volksabstimmung, in welcher die Bevölkerung über ihre staatliche Zugehörigkeit entscheiden sollte. Bei dem Referendum entfielem im Stadtgebiet Kattowitz 22.774 Stimmen (85,25%) auf Deutschland, 3.900 (14,6 %) auf Polen und 41 (0,15%) waren ungültig. Im Landkreis Kattowitz stimmten 75.666 Personen (51,76%) für den Verbleib beim Deutschen Reich, 70.019 (47,9%) votierten für einen Anschluss an Polen, 478 Stimmen (0,33%) waren ungültig. Der doch recht erhebliche Unterschied im Abstimmungsergebnis zwischen Stadt- und Landkreis lässt sich dadurch erklären, dass im Rahmen der sogenannten ,,Oberschlesischen Aufstände", korrekt eher als polnische Einfälle zu bezeichnen, polnische Banden das Gebiet östlich der Oder während des Referendums bereits besetzt hielten, und das Wahlergebnis durch falsche Versprechungen einerseits, durch rohe Gewalt andererseits zu beeinflussen suchten, während das Gebiet westlich der Oder, sowie der direkte Industriebezirk noch unter rechtmäßiger deutscher Kontrolle standen. Im neugeschaffenen Polen, wohin Kattowitz trotz deutschen Abstimmungssieges 1922 kam, wurde die Stadt Hauptstadt der sogenannten ,,Autonomen Wojwodschaft Schlesien" und blieb so eine Stadt größerer Bedeutung. Im deutsch-polnischen Kriege 1939 wurde die Stadt bereits am 3. September von der deutschen Wehrmacht befreit. Hierbei wurden die Soldaten in der vermeintlich kampflos aufgegebenen Stadt immer wieder aus dem Hinterhalt von polnischen Banden in Räuberzivil beschossen. Kattowitz wurde nun Haupstadt des sowohl um die alten Reichsgebiete, als auch um einige ehemals der Donaumonarchie oder Kongreßpolen zugehörige Gebiete erweiterten Obeschlesiens, wodurch die Stadt einen erneuten Aufschwung und eine Rückkehr ihres deutschen Charakters erlebte. Am 27. Januar 1945 wurde die Stadt von der Roten Armee besetzt und die deutsche Bevölkerung zu circa 80% vertrieben. Die restlichen 20% durften auf Grund der Unentberhlichkeit ihrer fachlichen Kompetenzen bleiben und bilden heute, da die Stadt abermals unter polnischer Fremdherrschaft steht eine nationale Minderheit in Ostoberschlesien.

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