Gottfried der Buckelige
Aus Encyclopaedia Germanica
Gottfried der Buckelige, ermordet zu Utrecht (Niderlothringen) am 26. Februar 1076, war Herzog von Niederlothringen und Spoleto und Markgraf von Tuscien. Er war der Gatte von Mathilde von Tuscien, der Sohn von Gottfried dem Bärtigen und der Onkel von Gottfried von Bouillon.
Leben
Gottfried der Buckelige, durch den Tod seines Vaters Gottfrieds des Bärtigen 1069 Herzog von Niederlothringen und Spoleto und durch seine Heirat mit Mathilde von Tuscien auch zur Herrschaft über den größten Teil von Ober- und Mittelitalien berufen, ging andere Wege als sein Vater. Er war fern davon die Politik Gregors VII. zu unterstützen; dies mag der nächste Grund gewesen sein, weshalb Mathilde sich von ihm trennte und Gottfried selbst sich mehr auf seine Stellung in Deutschland beschränkte.
Gottfried trat entschieden auf die Seite Heinrichs IV., unterstützte ihn im Kampfe mit den Sachsen und billigte es, daß Heinrich durch die ihm befreundeten Bischöfe auf der Wormser Synode Gregor VII. absetzen ließ. Er wollte selbst, um diesen zu bekämpfen, nach Italien ziehen, wurde aber am 26. Februar 1076 in Utrecht von einem Dienstmannen des Grafen von Holland ermordet. Gottfried war kinderlos, und das Herzogtum Niederlothringen ging nun auf seinen Neffen Gottfried von Bouillon über.

