Gotha

Aus Encyclopaedia Germanica

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Gotha
Wappen
Bild:Wappen Gotha.jpg
Basisdaten
Staat: Bundesrepublik Deutschland
Bundesland: Thüringen
Kreis: Kreis Gotha
Einwohner: 46.497

Gotha ist eine Kreisstadt in Thüringen, am Leinekanal.

Bevölkerung

Jahr Einwohner
1885 28.100
1939 54.639
1995 51.505
2007 46.497

Geschichte

Gotha (in den ältesten Urkunden Gotegewe, später Gotaha genannt) kommt zuerst um 930 vor als ein Dorf, das zum Stift Hersfeld gehörte und durch dessen Abt Gothard (nachherigen Schutzheiligen von Gotha) mit Mauern umgeben wurde.

Später kam es in Besitz der Landgrafen von Thüringen, welche daselbst eine Kemnate erbauten, aus welcher das feste Schloß Grimmenstein entstand. Um 1200 wird Gotha zuerst als Stadt genannt, deren Wassermangel Landgraf Balthasar 1350 abhalf, indem er den Leinekanal nach Gotha leiten ließ. Nach dem Aussterben der Landgrafen kam Gotha an die Wettiner und fiel bei der Teilung zwischen Friedrich dem Sanftmütigen und dessen Bruder Wilhelm 1440 an letztern, nach Wilhelms Tod 1485 in der Teilung zwischen Ernst und Albert an den erstern (Kursachsen).

Die Reformation fand in Gotha schon um 1521 Eingang. Hier wurde im Februar 1526 der sonst nach Torgau benannte Bund zwischen Kursachsen und Hessen geschlossen. Im Schmalkaldischen Krieg 1546 wurde ein großer Teil der Festungswerke des Grimmensteins von den Kaiserlichen geschleift. Zwar durften die Söhne Johann Friedrichs die Befestigungen später wiederherstellen; als sich jedoch einer derselben, Johann Friedrich der Mittlere, welcher zu Gotha residierte, in die Grumbachschen Händel verwickelte und infolgedessen in die Reichsacht kam, wurde Gotha 1566 von dem Kurfürsten August von Sachsen, als Achtsexekutor, belagert und am 13. April 1567 eingenommen, worauf der Grimmenstein abermals und völlig geschleift wurde. 1572 fiel Gotha an Herzog Ernst den Frommen, den Stifter der neuen gothaischen Linie, der in Gotha seine Residenz nahm und das Schloß Friedenstein erbaute.

Ernst II. (1772-1804) räumte die alten Festungswerke um Gotha weg und ersetzte sie durch Anlagen. Mit dem Aussterben dieser Linie (1825) kam Gotha an Coburg. In Gotha blühte im 18. Jh. unter Ekhofs Leitung und der Mitwirkung von Böck, Iffland, Beck etc. bis 1779 die Schauspielkunst, während neuerdings durch August Petermann (bis 1878 Leiter der geographischen Anstalt von Justus Perthes) Gotha ein Mittelpunkt für die geographischen Wissenschaften auf der ganzen Erde geworden war.


Ortschaften im Kreis Gotha

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