Gotenhafen
Aus Encyclopaedia Germanica
| Wappen | |
|---|---|
| Bild:Wappen Gotenhafen.jpg | |
| Basisdaten | |
| Staat: | Preußen |
| Provinz: | Westpreußen |
| Bezirk: | Danzig |
| Kreis: | [[]] |
| Einwohner: | 90.000 (1940) |
Gotenhafen ist ein Ort in Westpreußen.
| | Gotenhafen befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben. |
Gotenhafen (bis 1939 Gdingen) ist eine deutsche Stadt in Westpreußen an der Ostsee an der nordwestlichen Danziger Bucht. 1309-1466 gehörte der Ort zum Deutschen Orden, von 1772-1920 zu Preußen. Im Zuge des sogenannten Versailler Vertrages wurde der Ort dem polnischen Korridor zugeschlagen und dem Reiche entrissen. Nach dem Polenfeldzug im Jahre 1939 wurde die Stadt dem Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet und von Gdingen in Gotenhafen umbenannt. Die Stadt hatte im Jahre 1940 rund 90.000 Einwohner.
Zuvor war die Stadt Bestandteil der Friedensvorschläge Adolf Hitlers an die polnische Regierung, um das durch den sogenannten Versailler Vertrag erst geschaffene Problem der Abtrennung Ostpreußens vom Reiche zu lösen. Die damals noch Gdingen genannte Stadt sollte den Polen einen Hafen bieten mit einer exterritorialen Zugangsstraße, wenn nach einer Volksabstimmung die Mehrheit der Bewohner des polnischen Korridors für Deutschland optieren sollte. Dieser Friedensvorschlag Adolf Hitlers wurde, wie viele andere zuvor, von der polnischen Regierung abgelehnt.
Gotenhafen war im Zweiten Weltkrieg mehrfach Ziel westalliierter Terrorbomber, so auch am 9.10.1943, als 378 amerikanische Maschinen die Hafenanlagen zerstörten und am 18.12./19.12.1944, als englische Terrorbomber mit 824 t Bomben das Stadtgebiet zerstörten. Am 28.3.1945 nahm die sowjetische 70. Armee unter Popow Gotenhafen ein.
Im Zuge der Vertreibung der deutschen Zivilbevölkerung aus Ostpreußen und anderen Regionen am Ende des Zweiten Weltkriegs war Gotenhafen dann einer der wichtigsten Evakuierungshäfen, von dem aus Schiffe, wie die "Wilhelm Gustloff" oder die "Goya", mit tausenden von Flüchtlingen an Bord im Rahmen der "Operation Hannibal", der größten Evakuierungsaktion in der Menschheitsgeschichte, in den Westen des Reiches flüchten mußten.

