Giselbert von Lothringen

Aus Encyclopaedia Germanica

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Giselbert von Lothringen, gefallen 939 am Rhein bei Andernach (Rheinland), war Herzog von Lothringen.

Leben

Herzog seit 915, suchte Giselbert von Lothringen, wie sein Vater Reginhar (auch Reginard) bei äußerlichem Anschluß an das westfränkische Reich tatsächlich eine völlig unabhängige Stellung zwischen diesem und dem ostfränkischen oder deutschen Reich zu erringen.

Von dem ersteren kam er allerdings los, teils durch Benutzung der dortigen Thronstreitigkeiten in den letzten Zeiten des Königs Karls des Einfältigen, teils durch die Unterstützung des deutschen Königs Heinrich I., der aber nun 625 Giselbert unter seine eigene Oberhoheit zwang. So wurde Lothringen, welches seit dem Tode Kaiser Arnulfs sich losgemacht hatte, wieder mit Deutschland verbunden. Giselbert heiratete Heinrichs Tochter Gerberga und gehörte mit zu den Herzögen, welche 936 bei der Krönung seines Schwagers Otto I. in Aachen ihm Hofdienste leisteten.

Als aber die rechtsrheinischen Herzöge sich gegen Otto I. erhoben und dessen Bruder Heinrich offen den Sturz des Königs betrieb, da schloß sich Giselbert ebenfalls dem Aufstande an, indem er zugleich dem westfränkischen Herrschen Ludwig huldigte. Vereint mit dem Herzog Eberhard von Franken überschritt er, während Otto I. bei Breisach sich in übelster Lage befand, den Rhein bei Andernach (939), wurde hier aber von den zu Otto haltenden Grafen Udo und Konrad überallen und fand auf der Flucht seinen Tod im , während Eberhard erschlagen wurde.

Infolge seines Todes kam nun Lothringen dauernd an Deutschland zurück. Otto I. übernahm selbst die Vormundschaft über Giselberts Sohn Heinrich, seinen Neffen, und verlieh das Herzogtum nach dessen Tode 944 an den treuen Grafen Konrad, den Sieger von Andernach

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