Germanische Religion

Aus Encyclopaedia Germanica

(Weitergeleitet von Germanische Mythologie)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Germanische Mythologie

Die Germanische Mythologie stützt sich in ihrer ganzheitlichen Manifestierung auf Quellen verschiedener germanischer Stämme, welche sich jedoch in ihren Inhalten an einer gemeinsamen Grundidee orientieren.

Inhaltsverzeichnis

Erschaffung der Welt

Am Anfang, bevor die Welt entstand, gab es nur den allmächtigen Weltgeist Fimbultyr, welcher im Norden Nifelheim und im Süden Muspelheim erschuf. Im Norden entsprangen aus dem Brunnen Hvergelmir 12 Ströme, die Eliwagar, welche in den zwischen Nifel- und Muspelheim klaffenden Abgrund Ginungagap flossen. In Muspelheim herrschte der Feuerriese Surtur, welcher in der Götterdämmerung, bekannt als Ragnarök, eine entscheidende Position im Kampf gegen die Asen einnimmt. Eines Tages vermengten sich die Fluten der Eliwagar mit den Funken Muspelheims und daraus hervor ging der Urriese Ymir, oder Örgelmir, und die Ziege Audhumbla. Audhumbla leckte 3 Tage lang an einem salzigen Eisblock, aus welchem Buri hervorging, dessen Sohn namens Bör, welchen er aus eigener Kraft schuf, der Vater der ersten Asen war. Zur gleichen Zeit als Buri geboren ward, gebar Ymir zwei Kinder, von denen die Tochter Bestla hieß. Bör und Bestla gebaren folglich drei Söhne von göttlicher Kraft und Gestalt: Odin, Hönir und Loki, die ersten drei Asen dieses ehrwürdigen Göttergeschlechts. Als es nun zum Kampf zwischen den Asen und den Riesen um die Herrschaft über das Land kam, erschlugen die Asen Ymir und schufen aus seinem Fleisch die Erde, aus seinem Blut das Meer, aus seinem Hirn die Wolken, welche unter dem aus des Riesen Schädel entstandenen Himmel standen. Die Knochen wurden zu Bergen, die Zähne zu Steinen, so wie die Augenbrauen ein Wall gegen das Meer wurden. Der Leib wurde in den Abgrund Ginungagap gestürzt und füllte diesen von nun an. Die Sterne schufen die Götter aus den Funken Muspelheims. Die Riesin Nott und ihr Gemahl Dellinger hatten einen Sohn namens Dag. Tag und Nacht entstehen dadurch, dass nachts Nott auf ihrem Pferd Hrimfaxi und tagsüber Dag auf dem Pferd Skinfaxi vorüberreitet. Einst lebte ein Mann namens Mundilföri, der es wagte seine Kinder Mani und Sol mit den Asen zu vergleichen, so dass die Asen die beiden Kinder als Gestirne an den Himmel stellte. So reiten sie ähnlich wie Dag und Nott auf ihren Pferden Frühwach und Allgeschwind über den Himmel, stets verfolgt von den beiden grimmen Wölfen Sköll und Hati, welche von den Riesen entsandt waren, um die lichten Gestalten zu vernichten. Schließlich wollten die Götter sich ein Ebenbild schaffen, welches Wohlgefallen finde an dem nun vollkommen ausgestalteten Midgard, und so schufen sie Aus Ask (Esche) und Embla (Ulme) Mann und Frau. Odin gab ihnen Geist und Leben, Hönir Verstand und Bewegung und Loki letztendlich Gefühl, Sinn und Sprache. Diese beiden ersten Menschen sind die Urväter aller Völker germanischer Mundart.

Die mit Abstand bedeutendste Sammlung germanischer Sagen ist die Lieder-, oder auch Snorri-Edda. Sie wurde Anfang des 13 Jahrhunderts von Snorri Sturluson auf altisländisch bzw. altnordisch verfasst. Aus ihr entstammen die meisten überlieferten Informationen über die germanische Mythologie.

Das mythologische Weltbild

Dem germanischen Glauben zufolge bestehen innerhalb der Weltesche Yggdrasill, was sich aus den Worten Ygger = der Schreckliche (ein anderer Name für Odin) und Drasill = der Träger zusammensetzt und so viel wie Odins Baum bedeutet, neun Welten innerhalb von fünf Ebenen. Oben in der ersten Ebene befindet sich Asgard, das Reich der Asen, dem herrschenden Göttergeschlecht, in der zweiten Ebene befindet sich Lichtalfenheim, das Reicht der Lichtalfen, auch als Elfen bekannt. In der dritten Ebene befinden sich fünf der neun Welten. Im Zentrum dieser Ebene liegt Midgard, wo die Menschen leben. Im Westen liegt Wanaheim, das Reich der Wanen, einem Göttergeschlecht (Wanen = die Schönen), im Osten liegt Jötunheim, das Reich der Riesen. Im Norden befindet sich Nifelheim, die Welt des Nebels, in der die Eliwagar aus dem Brunnen Hwergelmir hervorgehen, die eine wichtige Rolle in der Entstehungsgeschichte einnehmen. Im Süden befindet sich Nifelheim, welches vom Riesen Surtur beherrscht wird. In der vierten Ebene liegt Schwarzalfenheim, das Reich der Zwerge, worunter sich in der fünften Ebene Helheim befindet, wo die Göttin Hel herrscht und wohin alle Menschen kommen, die nicht im Kampfe fallen und somit nicht nach Walhalla kommen.

Die Weltesche Yggdrasill ist als Träger aller Dinge Grundbestandteil der germanischen Mythologie. An ihren Wurzeln nagt das Böse in Form der Schlange Nidhöggr. Das Böse in der Welt wird neben Nidhöggr von vier Hirschen symbolisiert, die unablässig die frischen Triebe Yggdrasills abnagen. Ganz oben in den Wipfeln der Weltesche lebt ein Adler, zwischen dessen Augen ein Habicht nistet. Der Adler lag mit Nidhöggr im Streit, so dass es die Aufgabe des Eichhörnchens Ratatwisker war, Beleidigungen vom Wipfel zu den Wurzeln Yggdrasills zu überbringen. Ebenfalls in der immergrünen Krone weidet die Ziege Heidrun, aus deren Euter unendlich viel Met entströmte, so dass alle gefallenen Helden in Walhalla davon trinken konnten. Der Hirsch Eikthyrnir weidet ebenfalls dort und von seinem Geweih strömen stetig Regenschauer in den in Nifelheim befindlichen Brunnen Hvergelmir, aus dem die Flüsse der Welt entsprangen. Yggdrasill hatte drei Wurzeln, die tief in die Erde ragten. Unter der ersten Wurzel befindet sich Helheim, ein dunkler Ort, an den die Toten kommen. Zu ihm gelangt man, indem man den schwarzen Fluss Slidur überquert. Über den schwarzen Fluss führt die von Zwergen aus purem Gold erbaute Giöllbrücke, die von der Wächterin Modguder bewacht wird, deren Name Seelenkampf bedeutet. Wer zu Lebzeiten ein guter Mensch gewesen ist, findet in Helheim Trost, er darf in Hels Haus wohnen und an reich gedeckten Tischen speisen. Wer allerdings ein schlechter Mensch war, kommt in die Halle der Schrecken und der Pein, in der er in einen schlammigen Fluss geworfen wird, dessen Wogen so scharf wie Klingen sind und der sein Opfer übel zurichtet. Die schlimmsten Verbrecher allerdings erwartet Nastrand, der Ort, an dem Nidhögger mit seiner Sippe lebt. Ein schrecklicheres Los ist kaum vorstellbar.

Unter der zweiten Wurzel befindet sich Mimirs Brunnen, aus dem der Wasserriese Mimir täglich trinkt und somit unendliche Weisheit erlangt. Odin gab einst bei einem Besuch Mimirs sein Auge, um aus dem Brunnen trinken zu dürfen. Somit erlangte er die Weisheit Ragnarök, die Götterdämmerung, vorherzusehen.

Unter der dritten Wurzel, die sich in Midgard befindet, entspringt der Nornen- oder auch Urdsbrunnen. Er liegt in einer von heiligem Wasser überfluteten Felsenhalle, dem Haus der Schicksalsschwestern, der Nornen. Sie sind drei Riesenjungfrauen, die Runen schnitzen und Weben und somit das Schicksal der Menschen auf Erden und der Götter bestimmen, welche nach dem ,,Goldenen Zeitalter durch Kampf und Tod ihre Unschuld, das Band zu Fimbultyr und deshalb die Fähigkeit das Schicksal zu bestimmen verloren haben. Die erste der Nornen ist die der Vergangenheit namens Urd oder auch Wurt, was so viel bedeutet, wie das Wort. Die zweite der Nornen, die Norne der Gegenwart, heißt Werdandi, “das Werdende”. Sie erfreut sich am Treiben der Menschen, hilft den Schwachen und blickt streng auf die Hochmütigen. Die dritte Norne hat im Gegensatz zu ihren Schwestern das Antlitz einer alten Frau, sie ist die unerbittliche der drei und ihre Aufgabe ist es über die Notwendigkeit zu entscheiden, wer sterben soll. Sie ist die Norne der Zukunft und trägt ein steinernes Herz in der Brust. So nimmt sie die Leben der Menschen, indem sie die Todesrune ritzt.

Walhalla ist die größte Halle in Odins Burg Gladsheim. Sie hat 540 Tore, von denen jedes so breit ist, dass 800 Krieger in guter Ordnung aus- und einmarschieren können. Die Wände Walhallas bestehen aus purem Gold, die wiederum mit goldenen Schilden, Speeren und Waffen aller Art verziert sind. In Walhalla befinden sich all die im Kampfe gefallenen Helden. Sie sind die Einherjer und sollen bei der Götterdämmerung an Odins Seite gegen das Riesenheer kämpfen. Während ihres Aufenthalts in Odins Burg erfreuen sie sich an Kämpfen, am Met, welches die Ziege Heidrun liefert und am Fleisch des immer wiederkehrenden Ebers Sährimnir, der jeden Morgen erlegt wird, abends jedoch wieder unversehrt in den Wald zurückkehrt. Dieser Wald, der Hain Glasir, wurde von den Göttern selbst aus purem Gold erschaffen.

Die Götter

Die Asen/Ansen (Die Säulen)
Odin, auch als Wotan oder Wodan bekannt, ist der Göttervater aus dem herrschenden Göttergeschlecht der Asen. Der Name Wotan kommt von “hindurchwaten”, was sich auf die alles durchdringende Weisheit des Gottes bezieht. Das Wort Asen leitet sich von Ansen ab, was ,,die Säulen bedeutet. Sie sind die Säulen der Welt. Odin hat ein achtbeiniges Pferd namens Sleipnir, einen Speer namens Gungnir, der immer wieder in die Hand des Allvaters zurückkehrt, sowie einen Ring namens Draupnir, was so viel wie “Tröpfler” bedeutet. Das besondere an diesem Ring ist, das jede neunte Nacht acht identische Ringe von ihm abgehen. Er steht für die Unendlichkeit. Der Thron Odins heißt Hlidskialf und befindet sich oben auf Yggdrasill. Von ihm aus überwacht der Göttervater die Welt. Seine beiden Raben namens Hugin (der Gedanke) und Munin (die Erinnerung) teilen ihm ebenfalls vom Geschehen in der Welt mit. Die beiden Wölfe Geri (der Gierige) und Freki (der Gefräßige) sind Odins ständige Weggefährten und vernichten, was sich ihrem Herren in den Weg stellt. Die Tatsache, dass Odin lediglich ein Auge besitzt, ist darauf zurückzuführen, dass er einst, als sich das Ende der Welt, die Götterdämmerung anbahnte, ein Auge opferte, um aus Mimirs Brunnen der Weisheit zu trinken.

Loki ist der Bruder Odins und zusammen mit ihm und Hönir der erste Ase. Er ist der Gott der Spieler und Gaukler, verrät die Asen und ist Urheber der Götterdämmerung. Er ist ein Unhold, der Schuld am Tode Balders, Nannas und letztendlich der gesamten Götter und Menschen trägt. Des weiteren ist er beispielsweise für den zu kurz geratenen Griff Mjölnirs verantwortlich, da er bei dessen Herstellung den Schmied in Form einer Bremse behinderte.

Der stärkste der Götter aus dem Geschlecht der Asen ist Thor, der Sohn Odins. Sein Hammer heißt Mjölnir, der ausschließlich von Thor selbst geführt werden kann, und nach jedem Wurf in dessen Hand zurückkehrt.

Die Wanen (Die Schönen)
Tyr war der Kriegsgott. Sein Symbol ist das Schwert. Einige germanische Stämme verehrten ihn als obersten Gott, wie z.B. die Sachsen. Er verlor seinen rechten Arm, da er ihn als Pfand gab, um Fenrir zu fesseln.

Freyja ist die Göttin der Fruchtbarkeit und die Gemahlin Odins, sowie die Mutter Balders.


Ragnarök

Ragnarök selbst begann damit, dass die Riesen Asgard bedrohten, woraufhin ein Baumeister bei den Asen erschien. Sie verabredeten, dass der Baumeister Sonne, Mond und Freyja, die Frühlingsgöttin zum Lohn erhalte, wenn er es schaffe eine derartig große Mauer in drei Wintern zu bauen, die kein Riese je erklimmen könne. Aufgrund der äußerst guten und schnellen Arbeit des Mannes, waren die Götter besorgt, die drei zu verlieren, die sie dem Baumeister als Lohn versprachen. Das Pferd Swadilfari, ohne das der Mann sein Werk niemals vollenden könnte, wurde Ziel einer göttlichen List. Loki verwandelte sich in eine Stute, und führte Swadilfari in den Wald. Als der Mann merkte, dass er sein Werk nicht mehr vollenden konnte, begann er die Asen zu verfluchen, woraufhin diese ihn erschlugen. Da merkten die Götter, dass er ein Riese war und erkannten seine List.

Als Balders Tod gedeutet wurde, zog Odin durch die Welt und erhielt von allen existierenden Dingen einen Eid, dass sie Balder niemals schaden würden. Die Mistel war die einzige von der man kein Leid befürchtete und die somit auch nicht vereidigte. Nun erfreuten sich die Asen daran, mit ihren Waffen auf Balder einzuschlagen, da diesem ja nichts mehr passieren konnte. Der blinde Gott Hödur war der einzige, der abseits des lustigen Treibens stand und so ging der hinterlistige Loki, der Balders Tod wünschte, zu Hödur und gab ihm einen Speer aus Misteln. Hödur schleuderte diesen auf Balder, in dem Glauben er könne diesem nichts anhaben, doch er durchbohrte Balders Herz, der daraufhin tot zu Boden sank. Mit ihm verschwand alles Licht und die Freude aus der Welt. Hödur, der seine Unschuld beteuerte, versteckte sich in einer Höhle, wo er allerdings den von Odins jüngstem Sohn Wali entsandt Todespfeil empfing. Auf dem Begräbnis zersprang der Göttin Nannas Herz vor Trauer, und man legte sie zu Balder auf den auf dessen Schiff Hringhorn errichteten Scheiterhaufen. Balders Pferd wurde ebenfalls auf das Schiff geführt, wobei es willig mit gesenktem Kopf diesen letzten Weg mit seinem Reiter beschritt. Als letztes Geschenk gab Odin seinem Sohn den Ring Draupnir. Doch die Götter vermochten nicht aus eigener Kraft das Schiff aufs Meer zu schieben, weshalb sie das Riesenweib Hyrrodin zu Hilfe riefen. Diese stieß das Schiff so heftig an, daß Feuer aus den rollenden Walzen fuhr. Da hob Donar seinen Hammer, um ihren Schädel zu zertrümmern, doch die anderen Götter baten ihn, das Weib am Leben zu lassen. Die Götter betrachteten das gewaltige Schauspiel, bis das Schiff gänzlich im Meer versunken war.

Frigg kam nicht über den Tod ihres geliebten Sohnes hinweg und bat darum, dass jemand nach Helheim reite um Balder gegen ein Lösegeld einzufordern. Der Bote Hermut entschloss sich dieser Bitte Folge zu leisten und ritt auf Sleipnir über die Giöllbrücke nach Helheim, wo er auf Modgudr traf. Als diese sah, dass der Götterbote auf Sleipnir geritten kam, ließ sie ihn passieren und wies im den Weg zur Hel. In den Hallen Hels angekommen wurde er freudig von Balder und Nanna begrüßt. Nachdem er ihnen reichlich erzählt hatte, wie es um die Götter stand, trug er Hel seine Kunde vor. Hel jedoch meinte, wenn die Götter in der ganzen Welt ein einziges Lebewesen oder einen einzigen Gegenstand fänden, der nicht um Balder weint, so bliebe dieser für immer in ihrem Schattenreich. Balder gab dem Boten Draupnir mit, den er seinem Vater Odin überbringen sollte. Frigg entsandte Boten und alle weinten um Balder außer einer Riesin in einer Höhle, die sich nicht erweichen ließ. Diese Riesin jedoch war in Wirklichkeit Loki.

Lange Zeit hatte sich Loki nicht mehr bei den Göttern blicken lassen, und erst beim Gastmahl in Ägirs Halle, dem Thor nicht beiwohnte, zeigte er sich. Er erschlug Ägir, nachdem dieser seinen Becher nur halb gefüllt hatte, floh und verspottete die Götter nach seiner Wiederkehr.

Die Götter beschlossen, Loki festzuketten, so dass er kein Unheil mehr anrichten könne. Odin erblickte ihn von seinem Thron Hlidskialf aus, als er gerade ein Netz knüpfte. Eilends ritten die Götter dorthin, doch Loki verwandelte sich in einen Lachs und sprang ins Wasser. Die Götter allerdings bedienten sich des Netzes und fingen Loki. Sie brachten ihn in den Hain der heißen Quellen und schmiedeten ihn mit Ketten an den Boden, die sie aus den Sehnen seines Sohnes hergestellt hatten. Skadi band eine Schlange über Lokis Kopf, die ihm ätzendes Gift ins Gesicht spritzte. Sigyn, Lokis treues Weib, kniete sich neben ihn und fing die Säure mit einer Schale auf. Jedesmal, wenn die Schale voll war und ausgeleert werden musste, tropfte die Flüssigkeit auf sein Gesicht. Wenn das geschah krümmte Loki sich mit solcher Kraft, dass die Erde bebte. Das ist es, was die Bewohner Midgards ein Erdbeben nennen.

Der Fenriswolf und die Midgardschlange, die beide Kinder Lokis waren, wurden von den Göttern unschädlich gemacht. Erst gelang es den Göttern nicht, Fenrir mit normalen Ketten zu fesseln. Da ging der Allvater nach Schwarzalfenheim und ließ sich ein verzaubertes Band schmieden. Anschließend ging er zu Fenrir und sprach zu ihm, er könne diese Ketten gewiss nicht brechen. Dies stellte für den riesigen Wolf eine Herausforderung dar, doch war er aufgrund der Beschaffenheit der dünnen Kette misstrauisch. Da trat der mutige Tyr hervor und gab seinen rechten Arm als Pfand. Sobald er seinen Arm ins Maul des Wolfes gelegt hatte, dieser jedoch nicht in der Lage war die Ketten, die immer enger wurden, je mehr er zog, zu zerreißen, wurde dieser abgebissen. Die Midgardschlange wurde von Asgard aus ins Meer geworfen. Sie ist verantwortlich für die Wellen des Meeres, da sie wie ein Ring um Midgard liegt.

Doch schließlich kam der Tag, an dem der Fenriswolf und die Midgardschlange ihre Fesseln brachen, Surtur der Feuerriese auf dem Totenschiff Naglfar gen Midgard fuhr, und die Riesen und Götter gegeneinander anstürmten. Es war der letzte Tag auf Erden, der vom schwarzroten Hahn in Hels Hallen angekündigt wurde und Nidhöggr aus Nastrand an die Oberfläche kroch. Thor erschlug die Midgardschlange und Widar Fenrir, welcher zuvor den Allvater tötete. Heimdall, dessen Horn die Asen zur Schlacht herbeigerufen hatte, stritt mit Loki. Die beiden starben zur selben Zeit, da sie gegenseitig ihre Herzen durchstießen. Tyr, der schrecklich in den feindlichen Reihen wirkte, starb, als ihm der Höllenhund Garm an die Kehle sprang, der jedoch selbst bei diesem Angriff von Tyrs Schwert durchbohrt wurde. Zudem verschlungen Sköll und Hati Sonne und Mond, so dass auch die himmlische Ordnung zerbrach. Zum Schluss kehrte Surtur in Asgard ein und vernichtete den heiligen Ort.

siehe auch

Persönliche Werkzeuge