Schultze-Rhonhof, Gerd

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Schultze-Rhonhof
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Schultze-Rhonhof

Gerd Schultze-Rhonhof ( * 26. Mai 1939 in Weimar) ist ein deutscher Autor und ehemaliger Generalmajor der Bundeswehr.

Inhaltsverzeichnis

Leben

1959 trat Schultze-Rhonhof in die Bundeswehr ein und stieg bis zum Generalmajor auf. Zuletzt war er Territorialer Befehlshaber für Niedersachsen und Bremen. Er sorgte 1995 für Aufsehen, als er aus Protest gegen das "Soldaten sind Mörder-Urteil" des Bundesverfassungsgerichts die Bundeswehr verließ. Die von Bischof Wolfgang Huber gestellte Forderung, Martin Hohmann aus der CDU-Bundestagsfraktion auszuschließen, beantwortete Schultze-Rhonhof mit seinem Austritt aus der evangelischen Kirche.

Seit einigen Jahren betätigt sich Schultze-Rhonhof als Autor mit kritischen Arbeiten zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges.

„Der Krieg, der viele Väter hatte“

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In seinem Buch "Der Krieg, der viele Väter hatte", vertritt Schultze-Rhonhof die These, dass Adolf Hitler bis in den Herbst 1939 keinen Krieg wollte. (Quelle: Der Krieg, der viele Väter hatte, S. 442-446) Polen attestiert Schultze-Rhonhof mit der Ablehnung der deutschen Verhandlungsangebote eine Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Ebenso tragen Großbritannien und Frankreich Verantwortung, weil sie sich blind hinter Polen gestellt haben und Polen in jedem Falle militärische Unterstützung garantierten.

In zehn Punkt trägt Schultze-Rhonhof eine Gegentheorie zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs vor:

1. Hitler hatte nicht für einen Krieg im Osten rüsten lassen. Es fehlten Winterbekleidung, Logistik, Fernbomber usw. Wenn er den Kampf um den „Lebensraum im Osten“ noch immer im Sinn gehabt hätte, hätte entsprechende Maßnahmen getroffen.

2. Im polnisch-tschechischen Streit September 1938 um die tschechische, aber weitgehend deutsch besiedelte und von Polen beanspruchte Stadt Oderberg hätte Hitler gegen das Votum des Auswärtigen Amts entschieden, Polen dürfe Oderberg annektieren. Folgendes Zitat Hitlers sei gefallen: „Wir können nicht um jede deutsche Stadt mit Polen streiten“. Wenn Hitler unter allen Umständen Krieg gewollt hätte, hätte er hier kaum nachgegeben.

3. Der Ministerpräsident der gerade selbständig gewordenen Karpato-Ukraine, Woloschin, wollte sein Land unter die Schutzherrschaft des Deutschen Reichs stellen lassen. Adolf Hitler lehnte ab, obwohl er mit der Schutzherrschaft seinen „Fuß in der Tür“ der Ukraine gehabt hätte.

4. Im Laufe des „Zollinspektorenstreits“ zwischen dem Freistaat Danzig und Polen stand es im August 1939 dicht vor einem Krieg. Hitler intervenierte und drängte den Senatspräsidenten von Danzig, für Entspannung zu sorgen und „die Angelegenheit nicht noch mehr zu vergiften“. Wenn Hitler unbedingt Krieg gewollt hätte, hätten er hier diese Chance leicht dazu nutzen können und nicht noch vier Wochen mit den Überfall auf Polen gewartet.

6. Der sorgfältige Planer Hitler hatte kein wirkliches Konzept für die Eroberung eines „Lebensraums im Osten“. Aus Gesprächsaufzeichnungen hervor, daß Hitler während des Polenfeldzugs noch nicht wußte, was er nach einem Sieg mit Polen anfangen sollte.

7. Hitler bot der englischen und der französischen Regierung nach dem siegreichen Polenfeldzug Frieden an. Zu diesem Angebot gehörte die Räumung Polens durch die Wehrmacht, bis auf Danzig und den „Korridor“.

8. 1940 ließ Hitler in Absprache mit Stalin die in der Ukraine angesiedelten deutschen Bauern in den Warthegau umsiedeln. Wenn er zu dieser Zeit noch vorgehabt hätte, deutsche Bauern in der Ukraine anzusiedeln, hätte er nicht die deutschen Bauern aus der Ukraine „heim ins Reich“ geholt.

9. Nach dem Frankreichfeldzug ließ Hitler die Panzer- und die Munitionsproduktion um ein Drittel zurückfahren.

10. Zudem ließ Hitler 35 deutsche Heeresdivisionen auflösen oder kadern. Wenn er an eine Fortsetzung des Krieges gedacht hätte, hätte er diese Reduzierung sicherlich nicht angeordnet.

Werke

  • 1939 - Der Krieg, der viele Väter hatte - Der lange Anlauf zum Zweiten Weltkrieg 4, Auflage Olzog Verlag 2003, ISBN 3-7892-8117-4
  • Wozu noch tapfer sein?, Verlag Dr. Ingo Resch 1997, ISBN 3930039648
  • Gerd Schultze-Rhonhof: Der zweite Dreißigjährige Krieg, Hör-CD, Polarfilm, Laufzeit ca. 137 Minuten, ISBN 3937163972

Verweise

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