Georgien

Aus Encyclopaedia Germanica

(Weitergeleitet von Georgisch)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Georgien
Landesflagge Landeswappen
Bild:Wappen Georgien.png
Basisdaten
Hauptstadt: Tiflis
Fläche: 69.700 km²
Einwohner: 4.693.892 (Juli 2004)
Bevölkerungsdichte 67,3 Einwohner/km²
Politik
Staatsoberhaupt: Michail Saakaschwili
Regierungschef: Wladimir Gurgenidse

Georgien (russisch Grusien, bei den Alten Iberien, bei den Eingeborenen Kartlos und bei den Persern und Türken Gurdshistan genannt) ist ein Land im Kaukasus. Es grenzt im Norden an die Russische Föderation, im Westen an das Schwarze Meer und im Süden an Armenien.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name Georgien entstand erst im Mittelalter; sich selbst nannte die Einwohner Kartli, woher die Benennung Kartilinien oder Kartlos für das Land.

Erdkunde

Klima

Das Klima ist im ganzen mild nd gesund (+ 14° mittlere Temperatur), nur in den tiefer liegenden Gegenden, besonders in Migrelien und im Osurgetischen Kreis, sehr heiß und ungesund.

Flüsse

Bedeutendere Flüsse sind der antiquarisch wichtige Rion (Phasis der Alten), der in das Schwarze Meer fällt und die nur stellenweise schiffbare, 1065 km lange Kura (od. Kur, Cyrus der Alten), das sich in das Kaspische Meer ergießt. Unter ihren zahlreichen Nebenflüssen sind Alasan und der Aras die größten.

Geschichte

Die Geschichte Georgiens beginnt von der Zeit, wo (am Anfange des 3 Jh. vor Christi, nach dem Verfall der mazedonischen Herrschaft), Pharnawas die transkaukasischen Völker in ein Reich vereinigte. In diese Zeit fällt auch die Entstehung der Schriftsprache der Georgier.

Vom 1. Jh. vor Christi bis zum 2. Jh. nach Christi übten die Römer einen großen Einfluß auf die Angelegenheiten des Reichs aus; vom 4. Jh. an aber die Perser. Die Glanzperiode des Reichs ist die glorreiche Regierungszeit Wachtang-Gurgaslans (446-499), der Mingrelien und Abchasien eroberte, die Usen und Petschenegen unterwarf, sich Erzerums bemächtigte und Tiflis gründete.

Im 5. Jh. begann auch das Christentum in Georgien feste Wurzeln zu schlagen; die grusinische Eparchie wurde 479 von Bachtang gestiftet. Einen noch größeren Halt gewann das Christentum im 6. Jh. durch die Ankunft von 13 syrischen Mönchen in Grusien. Am Ende des 6. Jh. gelangte die Dynastie der Guramiden in der Person Guram Guropolats auf den Thron, den seine Nachfolger, die Bagratiden, bis 1424 behaupteten.

Dreiteilung

In der Zwischenzeit wurde Georgien von häufigen Einfällen asiatischer Völkerschaften heimgesucht, so 1070 von den Türken unter Alp-Araslap, 1222 von den Mongolen und 1387-1407 von Tamerlan. Der König Alxeander I. teilte 1424 das Reich unter seine drei Söhne, von denen der älteste Imeretien, der zweite Kartalinien, der jüngste Kachetien erhielt.

Anschluß an Rußland

Fast vier Jahrhunderte später entschloß sich der König Georg XIII., der das vereinte Kartalinien und Kachetien beherrschte, in die Vasallenschaft Rußlands zu treten, weil er von den Persern, Türken und den Bergvölkern hart bedrängt wurde; als er 1800 starb, dekretierte der Kaiser Paul I. am 18. Januar 1801 die Vereinigung Georgiens mit Rußland; die Einverleibung Imeretiens erfolgte 1810. Die Prinzen der königlichen Familie, denen man eine Pension und russisch-militärische Grade verlieh, wurden nach Rußland abgeführt.

Mit Heraclius, Fürst von Grusien (gestorben am 10. Mai 1882 zu Tiflis), dem Neffen des letzten Königs Georg XIII., erlosch jedoch schon das alte georgische Herrschergeschlecht. Im Jahre 1838 wurde das grusino-imeretische Gouvernement gestiftet, das bis Ende 1846 bestand.

Unter der Sowjetunion (1920-1991) bildete Georgien eine eigene Sowjetrepublik, die seit 1991 wieder unabhängig ist.

Persönliche Werkzeuge