Reichenbach, Georg von
Aus Encyclopaedia Germanica
Georg von Reichenbach, geboren am 24. August 1772 zu Durlach in Baden und gestorben am 21. Mai 1826 in München, war ein Mechaniker und Optiker
Leben
Georg von Reichenbach bildete sich in der Militärschule zu Mannheim, bereiste drei Jahre lang England und wurde nach seiner Rückkehr zum Artillerieleutnant ernannt.
1804 gründete er mit Joseph von Utzschneider und dem Mechanikus Liebherr das mathematisch-mechanische Institut zu München und 1809 mit Fraunhofer und Utzschneider in Benediktbeuern die ebenso berühmt gewordene optische Anstalt.
Reichenbach war ungemein erfinderisch und lieferte zahlreiche außerordentlich zweckmäßige und exakt gebaute Instrumente von bis dahin unerreichter Leistungsfähigkeit. 1808 zum königlichen Salinenrat ernannt, trennte er sich 1814 von Utzschneider und errichtete mit T. Ertel eine neue Anstalt, die er jedoch 1821 ganz an diesen überließ, nachdem er 1820 Chef des Wasser- und Straßenbauburos für Bayern geworden war.
In Wien erbaute er eine Stückbohrerei nach eignem Plan, bei Tegernsee eine Marmorschneide- und Poliermühle, verbesserte die Gewehrfabrik zu Amberg sowie die bayrischen Hochöfen und Eisengießereien und machte sich um die bayrischen Salinen Reichenhall und Berchtesgaden durch Erfindung der Wassersäulenmaschine und Vervollkommnung des mechanischen Betriebs überhaupt, außerdem noch durch Erfindung einer neuen Bauart eiserner Brücken verdient.
Er starb als Direktor des Ministerialbaubüreaus und Oberbergrat am 21. Mai 1826 in München. Seine Büste ist in der Walhalla aufgestellt.

