Gefecht bei Kissingen

Aus Encyclopaedia Germanica

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Am 10. Juli 1866 bildete Kissingen den Schauplatz eines blutigen Gefechts zwischen den Bayern und Preußen.

Die bayrische Armee hatte nach dem Rückzug aus Thüringen die Fränkische Saale von Waldaschach bis Hammelburg in einer Länge von über 20 km besetzt; das wichtige und zur Verteidigung sehr geeignete Defilee bei Kissingen war von 2 Regimentern (dem 11. und 15.) und dem 5. Jägerbataillon der Division Zoller besetzt; alle Übergänge waren abgebrochen, die steinerne Brücke verbarrikadiert.

Die Brigade Kummer rückte als Vorhut der preußischen Division Goeben auf Kissingen, die Brigade Wrangel nach dem Altenberg zu. Dieser wurde unbesetzt gefunden, durch den Übergang über die Saale bei der Lindelsmühle der Feind in der linken Flanke umgangen und durch den gleichzeitigen Frontangriff zur Räumung Kissingens gezwungen.

Kurz nach Mittag wurde auch der letzte Punkt, der Kirchhof, von den Preußen erstürmt. Die Bayern, durch die Division Feder verstärkt, nahmen eine neue Stellung auf dem Sinnberg. Auch dieser ward am Nachmittag genommen, und preußischerseits hielt man den Kampf für beendet, als am Abend gegen 6½ Uhr die ermüdete Brigade Wrangel von frischen Bataillonen der Division Stephan bei Nüdlingen angegriffen ward. Wrangel zog sich zuerst auf die Höhen bei Winkels zurück, sammelte hier jedoch seine Truppen und rückte dann gegen den Feind vor, welchen er nach hartem Kampf zum Weichen brachte.

Die Bayern verloren im ganzen 52 Offiziere, 1.200 Mann, die Preußen 36 Offiziere, 861 Mann.

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