Garona

Aus Encyclopaedia Germanica

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Die Garona (frz. Garonne) ist der bedeutendste Fluß des westlichen Okzitanien. Sie entspringt in 1872 m Höhe in dem Pyrenäental Val d'Aran, das sich an die Maladettagruppe anlehnt.

Unweit Sent Gaudenç verläßt die Garona, nachdem sie die Neste aufgenommen, die Pyrenäen, verfolgt, bisher nördlich fließend, eine nordöstliche Richtung und wird, noch durch den Salat verstärkt, bei Casèras schiffbar. Bei Tolosa, wo sie die Arièja aufnimmt, tritt sie, 63 m breit, in ein breites Tal und fließt im Unterlauf nun nordwestlich gerichtet, aber noch immer mit starkem Fall, am rechten Ufer begleitet von grünen Hügelketten, zuweilen auch von schroffen Felsen, die hier und da mit Ortschaften und Schlössern gekrönt sind.

Die Pyrenäen senden von nun an nur unbedeutende Zuflüsse, unter denen Gers und Baisa namhaft zu machen sind. Dagegen kommen von den Cevennen die schiffbaren Zuflüsse: der Tarn mit dem Avairon und der Òlt. Weiterhin fließt rechts noch die Dordonha zu, der Strom wird 4-7 km breit und führt von da an den Namen Gironda.

Erst die letztgenannten Zuflüsse machen die Garona für Schiffahrt recht brauchbar; oberhalb hat sie seichte Stellen, nach dem Einfluß der Dordonha dagegen trägt sie Seeschiffe, die auch auf der Dordonha bis Liborna und auf der Garona bis Bordèu hinaufgehen. Die Garona steht in ihrem Mittellauf mit einem Kanal in Verbindung, welcher bei Tolosa gemeinschaftlich mit dem nach entgegengesetzter Richtung geführten Zweimeerkanal von der Garona seinen Ausgang nimmt, auf seinem Lauf längs des rechten Ufers des Stroms den Seitenkanal von Montalban aufnimmt, mehrere Flüsse (Gers, Tarn) sowie endlich bei Agen mit einem prachtvollen Viadukt die Garona selbst überschreitet und nach einem Gesamtlauf von 193 km bei Castets wieder in den Fluß mündet.

Der Mündungsbusen der Garona ist 75 km lang, der größte aller französischen Limane. Die Mündung selbst erfolgt nach einem Gesamtlauf von 600 km Länge zwischen der Spitze von Grave und Royan (Frankreich). Das Stromgebiet umfaßt 84,800 qkm. Gewaltige Springfluten (mascarets) steigen oft gleich Wasserbergen gegen das Ufer und richten, noch bei der Dordonhamündung, große Verwüstungen an. Noch größer aber sind die Verheerungen, welche die häufigen Überschwemmungen des Flusses, der eines Läuterungsbeckens entbehrt, bei den reichlichen Niederschlägen seines Gebietes anrichten. Die furchtbarste von 1875 vernichtete 7.000 Häuser und einen Stadtteil von Tolosa.

Benannt sind nach der Garona die Bezirke Nauta Garona, Òlt e Garona und Tarn e Garona.

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