Frundsberg, Georg von
Aus Encyclopaedia Germanica
Georg von Frundsberg, geboren am 24. September 1473 zu Mindelheim in Schwaben und gestorben daselbst am 20. August 1528, war der berühmteste Oberst der deutschen Landsknechte. Er war der Vater von Kaspar von Frundsberg.
Leben
Georg von Frundsberg begann seine kriegerische Laufbahn 1492 unter dem Banner des Schwäbischen Bundes gegen Herzog Albrecht von Bayern, nahm 1499 am Kriege gegen die Schweiz teil, erwarb sich durch seine Tüchtigkeit die Gunst des Kaisers Maximilian, welcher ihn nach dem Sieg über die Böhmen bei Regensburg 1504 zum Ritter schlug, und nahm an den Kämpfen dieses Kaisers in den Niederlanden und in Italien teil.
Um die Ausbildung der Landsknechte zu einem guten Fußvolk erwarb er sich besondere Verdienste. Schon 1509 Oberst über mehrere Fähnlein Landsknechte in Italien, verteidigte er Verona und wohnte verschiedenen Gefechten bei; unter anderm eroberte er kurz vor seiner Heimkehr 1511 mit 1800 Knechten den für unüberwindlich gehaltenen Paß Peutelstein, wobei er 9000 Venezianer zu Gefangenen machte. Nachdem er 1512 die Raubritterburg Hohenkrähen im Hegau zerstört hatte, zog er im folgenden Jahr wieder nach Italien, gewann gegen Venedig am 7. Oktober 1513 die Schlacht bei Vicenza, wo er den bekannten Ausspruch tat: Viel Feind', viel Ehr', und verteidigte Verona ruhmreich gegen die Franzosen.
1517 nach Deutschland zurückgekehrt, stand er 1519 an der Spitze des Fußvolks des Schwäbischen Bundes, als dieser den Herzog Ulrich von Württemberg vertrieb und sein Land für den Kaiser in Besitz nahm. Unmittelbar nacheinander folgten nun Feldzüge in der Picardie mit dem gerühmten Rückzug bei Valenciennes 1521 und in Italien mit der Schlacht bei Bicocca 1522, wodurch Mailand sowie kurz danach auch Genua dem Kaiser wiedergewonnen wurden. Nach mehrjähriger Ruhe zog Frundsberg auf den Ruf Kaiser Karls V. wieder nach Italien und befehligte die Landsknechte in der Schlacht bei Pavia 1525, in welcher König Franz I. gefangen genommen wurde.
Schon loderte in Deutschland der Bauernkrieg in vollen Flammen, als Frundsberg aus Italien zurückkam und durch seinen Einfluß ohne Blutvergießen erst die oberschwäbischen Bauern zum Auseinandergehen, dann die ihren Erzbischof belagernden Aufständischen des Landes Salzburg zum Eingehen eines Vergleichs mit letzterm bewog. 1526 warb er auf eigne Kosten 12.000 Knechte, die er für den Kaiser aus Tirol nach Italien führte; unter Kämpfen und Gefahren erreichte er das rechte Po-Ufer und vereinigte sich im Februar 1527 mit Karl von Bourbon zum Marsch auf Rom. In Bologna kam es unter den von Franzosen aufgehetzten Landsknechten am 16. März zu einer Meuterei wegen nicht erfolgter Soldzahlung.
Als sie selbst gegen Frundsberg ihre Spieße erhoben, nahm dieser es sich so zu Herzen, daß ihn ein Schlaganfall zu Boden warf. Seinem Lokotenenten Konrad von Boyneburg den Oberbefehl über die Knechte übergebend, ließ er sich erst nach Ferrara, darauf im Mai 1528 nach Mailand bringen, von wo ihn sein Sohn Kaspar in die Heimat Mindelheim geleitete. Acht Tage nach seiner Rückkehr starb er daselbst am 20. August 1528, erst 55 Jahre alt.
Er war es, der auf dem Reichstag zu Worms Luther auf die Schulter klopfte mit den Worten: Mönchlein, Mönchlein, du gehst jetzt einen Gang, dergleichen ich und mancher Obrister auch in der allerernstlichsten Schlachtordnung nicht gethan haben. Bist du aber auf rechter Meinung und deiner Sache gewiß, so fahre in Gottes Namen fort und sei getrost; Gott wird dich nicht verlassen.
An der Spitze seiner Landsknechte, die er taktisch so weit ausbildete, daß sie an die Stelle der bisher für unüberwindlich gehaltenen Schweizer traten, wobei er zugleich die Feuerwaffen ausgedehnter zur Geltung brachte, stand er in 20 Feldschlachten, in vielen Gefechten und Belagerungen. Mit gewaltiger Körperkraft verband er Uneigennützigkeit, Milde, Ritterlichkeit, hohes Gefühl für Gesetzlichkeit und war seinem Kaiser zu allen Zeiten unwandelbar treu, obgleich es dieser ihm so wenig lohnte, daß Frundsberg, der fast sein ganzes Vermögen im kaiserlichen Dienst aufgeopfert hatte, in dem bekannten, von ihm gedichteten Klaggesang: Mein Fleiß und Müh' ich hab' nie g'spart bis an sein Lebensende sagen konnte: Nicht Dank, noch Lohn davon ich bring'.

