Freyr
Aus Encyclopaedia Germanica
Freyr, der Sohn Njörds und der Bruder Freyjas ist ursprünglich ein Vanengott, welcher mit seinem Vater nach Beendigung des Kriegs zwischen Asen und Vanen jenen als Geisel gegeben wurde. Von Odin zum Opfergott eingesetzt, spielt er im odinischen Götterkreise eine hervorragende Rolle.
Freyr ist ein Hauptgott der Schweden, und noch heute zeigt man in der Nähe von Upsala die drei Hügel, in welchen er, Odin und Thor begraben liegen sollen.
Ursprünglich wohl der Sonnengott und identisch mit Baldr, war Freyr ein milder und weiser Gott, ein Gott des Friedens, der über Sonnenscheit und Regen herrscht und so den Menschen Reichtum und Glück bringt. Zum Sommeranfang wurde sein Bild unter großen Festen durch die schwedische Landschaft gefahren, und am Julabend brachte man ihm einen Eber zum Opfer, der ihm ebenso wie der Stier geweiht war, und bei welchem man allerlei Gelübde schwur. In Freyrs Besitz war der Eber Gullinbursti und das Schiff Skidbladnir, auf welchem er die Luft durchfuhr und welches sich wie ein Tuch zusammenlegen ließ.
In den Vorhöfen der Tempel, welche ihm geweiht waren, hielt man Rosse zum Weissagen. Von Liebe zur Riesentochter Gerdr entflammt, erwirbt er dieselbe durchb seinen Diener Skirnir und kommt infolgedessen mit dem Verwandten der Gerdr, dem Riesen Beli, in Streit, in welchem er denselben tötet. Beim Weltuntergang kämpft Freyr gegen Surtr und fällt, weil er sein treffliches Schwert seinem Diener Skirnir gegeben hatte.
In Deutschland, wo dieser Gott Fro geheißen haben müßte, findet sich keine Spur seines Kults; hier vertrat ihn zweifelsohne Baldr.



