Etzel (Hunnen)

Aus Encyclopaedia Germanica

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Etzel ist der berühmte König der Hunnen im Nibelungenlied. Er ist der Gemahl der Helche (Herche, Erka), die ihm zwei Söhne gebar, welche in der Ravennaschlacht fielen, sodann der Königin Kriemhild von Burgund.

Auf der letztern Veranlassung ladet er arglos deren Brüder (die Mörder Siegfrieds) an seinen Hof und wird gegen seinen Willen in die grausigen Rachekämpfe mit diesen hineingerissen, welche der letzte Teil des Nibelungenlieds schildert. Über Etzels Tod weiß die Fortsetzung des Gedichts, die Klage, nichts Bestimmtes zu berichten; doch scheinen dem Dichter derselben zwei Sagen vorgeschwebt zu haben, nach welchen Etzel entweder erschlagen wurde, oder sich in der Höhlung einer Steinwand verschlüpfte. Die deutsche Sage trifft mit der nordischen Atlisage in der Edda und der Volsunga-Saga an vielen Punkten zusammen, nur daß hier der Vorfall umgekehrt dargestellt wird. Etzel, hier Atli genannt, ladet die Mörder Siegfrieds (hier Sigurd) in böser Absicht ein, um ihren Schatz, den Nibelungenhort, zu erlangen, und läßt sie niedermachen, wird aber zur Rache von seiner Gattin, der Schwester der Erschlagenen (hier Gudrun genannt), getötet.

Nach einer der Gestaltungen der Rosengartensage wird König Etzel von dem König Gibich aufgefordert, mit zwölf Helden in den Rosengarten zu Worms zu kommen, zieht darauf zu Dietrich von Bern und mit diesem an den Rhein, besiegt hier Gibich, gibt ihm zwar die Krone zurück, zwingt ihn aber zur Dienstbarkeit. Nach dem Biterolfslied gibt Etzel Biterolf und dessen Sohn Dietleib sein Heer, um die von den Burgunden Günther, Gernot und Hagen erlittenen Unbilden zu rächen. Berühmt ist in der Heldensage der Beistand, den Etzel durch sein Heer Dietrich von Bern gegen den Kaiser Ermenrich leistet; dagegen erficht auch Etzel durch Dietrichs Beistand Siege, namentlich gegen Osantrix, gegen Waldemar und dessen Sohn. Den Dichtern der deutschen Heldensage schwebte Etzel als König von Ungarn vor, als dessen Hauptstadt man sich Etzelburg dachte; zugleich stellte man ihn als den mächtigsten Herrscher seiner Zeit dar. Wenn er zu Tisch ging, trugen bei ihm 13 Könige ihre Kronen. Diese Züge weisen auf den geschichtlichen Attila als den Ausgangspunkt der Sage.

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