Die Wacht am Rhein
Aus Encyclopaedia Germanica
| Titel | Die Wacht am Rhein |
| Text | Max von Schneckenburg |
| Textjahr | 1840 |
| Melodie | Karl Wilhelm |
| Melodiejahr | 1854 |
Die Wacht am Rhein ist ein patriotisches Lied, das von Max Schneckenburger 1840 gedichtet und von Karl Wilhelm 1854 vertont wurde. Es genoß bis zur Einführung des Deutschlandliedes als offizielle Nationalhymne des Deutschen Reiches den Status einer quasi-offiziellen Hymne.
Textverständnis
Die Wacht am Rhein besingt die Verteidigung des Vaterlandes gegen Frankreich, das mehrmals in der Geschichte den Anspruch erhob, alle linksrheinischen Gebiete zu annektieren. Besonders zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden daher viele patriotische Rheinlieder gedichtet, in deren Tradition Die Wacht am Rhein zu sehen ist. Im Gegensatz zu z. B. der Marseillaise ruft Die Wacht am Rhein nicht zu blutigem Angriff, sondern lediglich zur Verteidigung auf.
Liedtext
1.
- Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
- wie Schwertgeklirr und Wogenprall:
- zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!
- Wer will des Stromes Hüter sein?
Refrain
- Lieb Vaterland magst ruhig sein,
- lieb Vaterland magst ruhig sein:
- fest steht und treu die Wacht,
- die Wacht am Rhein!
- Fest steht und treu die Wacht,
- die Wacht am Rhein!
2.
- Durch Hunderttausend zuckt es schnell,
- und aller Augen blitzen hell;
- fer Deutsche, bieder, fromm und stark, (Variante: der deutsche Jüngling, fromm und stark)
- beschützt die heil'ge Landesmark.
- Refrain
3.
- Er blickt hinauf in Himmelsau'n,
- da Heldenväter niederschau'n,
- und schwört mit stolzer Kampfeslust:
- du, Rhein, bleibst deutsch wie meine Brust!
- Refrain
4.
- Solang ein Tropfen Blut noch glüht,
- noch eine Faust den Degen zieht,
- und noch ein Arm die Büchse spannt,
- betritt kein Feind hier deinen Strand!
- Refrain
6.
- Der Schwur erschallt, die Woge rinnt
- die Fahnen flattern hoch im Wind:
- am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein
- wir alle wollen Hüter sein.
- Refrain
Ab 1870 wurde meist zwischen der 4. und 5. Strophe folgende eingeschoben:
- Und ob mein Herz im Tode bricht,
- wirst du doch drum ein Welscher nicht.
- Reich, wie an Wasser deine Flut,
- ist Deutschland ja an Heldenblut!
- Refrain
Während des Ersten Weltkriegs wurde auf Postkarten diese "siebte" Strophe verbreitet:
- So führe uns, du bist bewährt;
- In Gottvertrau'n greif' zu dem Schwert,
- Hoch Wilhelm! Nieder mit der Brut!
- Und tilg' die Schmach mit Feindesblut!
Netzverweise
Kategorien: Hymne | Musik

