Deutsche

Aus Encyclopaedia Germanica

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Die Deutschen sind ein europäisches Volk. Sie stellen in mehreren mitteleuropäischen Staaten (BRD, Österreich, Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein) und Regionen (Südtirol, Eupen–Malmedy) die größte und staatstragende Bevölkerungsgruppe. In vielen europäischen Ländern gibt es deutsche Minderheiten. Bedingt durch die starke Auswanderung aus Mitteleuropa sind Deutsche und Deutschstämmige überall in der Welt angesiedelt (insbesondere in den USA), daher ist eine Aussage über die Gesamtzahl des Volkes fast unmöglich. Etwa 120 Millionen Menschen weltweit sprechen Deutsch als Muttersprache.

Inhaltsverzeichnis

Die Deutschen Stämme

Aufgrund der regionalen Kultur- und Sprachunterschiede, läßt sich das Deutsche Volk in mehrere Stämme (bzw. in der Sprache: Dialektgruppen) einteilen.

Die fünf Hauptstämme sind:

Später entstand, während die Besiedelung Schlesiens, durch die Vermischung von Thüringern, Franken und Slawen, der Neustamm der Schlesier. Durch das Vertreibungsverbrechen am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden diese im Grunde ausgelöscht bzw. ging in die anderen auf. Im nördlichen Sachsen und dem südlichen Brandenburg leben aber auch heute noch Schlesier. Oft werden Österreicher und Deutschschweizer auch als Stämme bezeichnet, dies ist aber falsch, sie gehören zu den Baiern bzw. Alemannen. In beiden Fällen, stellen sie sogar die Mehrheit des Stammes.

Nicht als deutscher Stamm, im Sinne der sechs Hauptstämme, gesehen werden können die Niederländer bzw. Niederdeutschen, sie sind zwar Deutsche, aber die Niederländische Sprache ist eine Niederdeutsche Sprache, wärend die Deutsche Standardsprache eine Hochdeutsche Sprache ist. Die meisten Deutschen verstehen einen Niederländer daher nicht, wenn er in seiner Muttersprache spricht.

Lebensraum des Deutschen Volkes

Der eigentliche Kernlebensraum des Deutschen Volkes war über Jahrhunderte hinweg, wie einst im Deutschlandlied besungen, das Gebiet zwischen Maas und Memel (West-Ost) sowie Etsch und Belt (Süd-Nord).

Eigentliches Deutschland

Siehe Hauptartikel Deutsche Länder.

Das eigentlich Heimatgebiet des Deutschen Volkes läßt sich zwar leicht abgrenzen, aber durch die jahrhundertelange Kleinstaaterei nur schwer in Gebiete/Regionen aufteilen. Dies wird durch die teilweise "unnatürliche" Grenzziehung der BRD-Länder (Rheinland-Pfalz ist ein gutes Beispiel) noch zusätzlich erschwert. Doch gibt es in Deutschland dennoch ein (teilweise sehr starkes) Regionalempfinden.

siehe auch: Deutschtum im Ausland

Siedlungsraum im Osten und im übrigen Europa

Bereits im 15. Jahrhundert gab es vereinzelt Deutsche in Russland, die sich vor allem in der Hauptstadt Moskau konzentrierten. Im Jahre 1763 rief Katharina II. deutsche Landsleute, die vor allem aus dem Südwesten Deutschlands stammten, als Siedler ins Land. 1914 lebten im Zarenreich über 2,4 Millionen Deutsche. Wie alle Völker Russlands hatten auch die Deutschen nach 1917 schwer unter dem Kommunismus zu leiden, auch wenn sie offiziell mit der Wolgadeutschen ASSR ihren eigenen Teilstaat und auch noch weitere de jure autonome Gebiete besaßen. Stalin ließ allerdings sämtliche deutschen Gebiete auflösen und die Deutschen nach Sibirien deportieren (über 700.000 wurden ermordet). Prozentual gesehen machen die Deutschen von der gesamten Bevölkerung Russlands heutzutage rund 0,41% aus, auch weil seit 1989 Hunderttausende nach Deutschland übersiedelten.

Schon im Mittelalter siedelten sich Deutsche in den Karpaten an. Die meisten Deutschen kamen nach der Befreiung von den Türken zwischen 1700 und 1750 ins Land und besiedelten die zum Teil menschenleeren Regionen der Batschka, des Banat und Siebenbürgen sowie auch entlang der Donau und um Sathmar. Im Jahre 1910 lebten ca. 2,1 Millionen Deutsche im Königreich Ungarn, wo sie 10% der Bevölkerung stellten. Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie bis zum Ende des Vertreibungsverbrechens 1948 wurden die meisten Deutschen vertrieben.

Deutsches Volk in Übersee

Das bedeutendste Auswanderungsziel für Deutsche war seit seiner Entdeckung der Amerikanische Kontinent, vorallem die USA. Beim Zensus im Jahre 2000 gaben 42,8 Millionen Personen in den USA eine deutsche Herkunft bzw Abstammung an (rechnet man jene dazu, welche zwar nicht mehrheitlich Deutsche als Vorfahren haben, aber dennoch deutsche Ahnen liegt die Zahl bei über 60 Millionen). Die meisten sprechen heute allerdings Englisch als Muttersprache (was vorallem eine Folge der deutschfeindlichen Politik nach 1917 ist, siehe dazu Anti-Deutsche Pogrome in den USA), nur wenige Millionen Deutsch. Für die Amische, die Mennoniten und die Hutterer ist die Bewahrung der deutschen Sprache allerdings Teil der religiösen Überzeugung. Die meisten mehrheitlich Deutschstämmigen betrachten sich selbst allerdings nicht in erster Linie als Deutsche, sondern als Amerikaner.

Im Jahre 1884 kam die Kolonie Deutsch-Südwestafrika an das Deutsche Kaiserreich. In den folgenden Jahrzehnten (bis zur Okkupation des Landes durch das Britische Imperium 1915) wanderten tausende Deutsche ein, 1897 lebten ca. 1.200 Deutsche in Südwest (1904 waren es schon über 2.500). Etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung Deutsch-Südwestafrikas wurde bis zum Juli 1919 nach Deutschland deportiert, trotzdem leben heute noch ca. 30.000 Deutsche in dem Land. Auch ist die Deutsche Sprache eine anerkannte "Nationalsprache" Namibias (wie das Land heute heißt). Auch nach Südafrika gab es deutsche Auswanderer, welche sich im Kapland und in Natal niederließen. Erstere gingen allerdings größtenteils im Volk der Buren auf.

Deutsche Geschichte

Siehe Hauptartikel Deutsche Geschichte.

Deutsche Kultur

Siehe Hauptartikel Deutsche Kultur.


Religion

Die heutige Religion der Deutschen ist das Christentum, sowohl der Katholizismus als auch der Protestantismus. Spätestens um das Jahr 1000 waren sämtliche Deutschen zum Katholizismus bekehrt (unter anderem durch Bonifazius, dem sogenannten "Missionar der Deutschen"). Der Protestantismus hat seinen Ursprung selbst in Deutschland, begründet durch den Wittenberger Reformator Martin Luther. Lange Zeit überwogen die Anhänger der protetantischen Konfession, die ihr Zentrum in Preußen und mit den wilhelminischen Kaisern ihr Oberhaupt hatte. In den letzen Jahrzehnten ging der Protestantismus aber stark zurück, wärend die Mitgliedzahlen der katholischen Kirche eher stabil blieben. Gründe dafür sind insbesondere in der rigorosen Kirchenbekämpfung im mehrheitlich evangelischen Ostdeutschland seit 1945 zu sehen. Etwa ein Drittel der Bevölkerung in der BRD ist heute konfessionslos, in den südlichen Staaten wie Österreich und Elsaß hält das Vertrauen in die Kirche noch an.

Bevor die Deutschen "zwangschristianisiert" wurden, waren viele Deutsche Anhänger des Arianismus. Diese christliche Konfession sah entgegen der später vorherrschenden katholischen Lehre Jesus von Nazareth mehr als Propheten denn als leiblicher Sohn Gottes. Der Stamm der Sachsen glaubte bis ins 8. Jahrhundert an die germanische Religion u.a. mit dem Gott Odin. Mit der Taufe des Frankenkönigs Chlodwig auf das Nicäaner Glaubensbekenntnis war schließlich die Vorherrschaft der römisch-katholischen Kirche besiegelt. Einige Deutsche möchten die alte germanische Religion wieder einführen.

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