Daleminzien

Aus Encyclopaedia Germanica

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Daleminzien (Dalamince) war vormals ein großer slawischer Gau im heutigen Sachsen, der, zwischen Elbe und Mulde eingeschlossen, sich ungefähr von Meißen bis in die Gegend von Dahlen erstreckte und bei Meißen auch über die Elbe reichte. Die Slawen selbst nannten den Landstrich Glomaci, ein Name, der von einer Quelle herrühren soll, die einen den Slawen heiligen See (den heutigen Polzschener See bei Lommatzsch) bildete. Die heutige Stadt Lommatzsch (slaw. Glomaci) war schon im 9. Jh. Hauptort des Gaues.

Andre Orte desselben waren: Meißen, Doblin (Döbeln), Grimmi (Grimma), Rocheletz (Rochlitz), Oszechs (Oschatz), Gana oder Jana, slawische Hauptfestung (vielleicht Jahna an der Jahne), Coloci (Kolditz an der Mulde).

Die slawischen Bewohner des Gaues, ein Hauptstamm der Sorben, nannten sich Glomaci und waren wahrscheinlich Verwandte der in das alte Dalmatien eingewanderten Wenden, weshalb sie bei den Deutschen meist nur Daleminzier, Dalamanter, Dalmaten oder Dalmatier hießen.

Ludwig der Deutsche zwang sie, mit Heeresmacht in ihr Gebiet eindringend, 856 zur Zinspflichtigkeit. Allein sie empörten sich in den folgenden Jahrzehnten wiederholt und gaben 908, wo sie die Ungarn zu Hilfe riefen, den Anlaß zu deren verheerenden Einfällen in Deutschland. Erst König Heinrich I. gelang ihre endgültige Unterwerfung, der 927 ihre Hauptfestung Jana eroberte. Um weitere Abfälle zu verhüten, errichtete Heinrich in ihrem Lande die Mark Meißen. Das slawische Grundeigentum fiel den sächsischen Kriegern anheim, die Slawen selbst wurden leibeigen. Seitdem verschmilzt die Geschichte der Daleminzier mit der Geschichte der Markgrafschaft Meißen.

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