Breisach am Rhein
Aus Encyclopaedia Germanica
| Wappen | |
|---|---|
| Bild:Wappen Breisach am Rhein.jpg | |
| Basisdaten | |
| Staat: | Bundesrepublik Deutschland |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Kreis: | Kreis Breisgau-Hochschwarzwald |
| Region: | Region Südlicher Oberrhein |
| Bezirk: | Bezirk Freiburg |
| Einwohner: | 13.700 |
Breisach am Rhein (auch Altbreisach) ist eine uralte Stadt im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald in der Region Südlicher Oberrhein des Bezirks Freiburg von Baden-Württemberg, am rechten Ufer des Rheins auf einem isolierten Basaltberg 246 m über dem Meere. Die Gemeinde liegt im Landesteil Baden.
Die Stadt gehörte früher dem Kreis Freiburg.
Bevölkerung
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1880 | 3.212 |
| 1939 | 3.879 |
| 2001 | 13.700 |
Geschichte
Die Stadt lag früher am anderen Ufer des Rheins.
Breisach war ehemals eine Freie Reichsstadt und bis um die Mitte des 18. Jh. eine der wichtigsten Festungen des Deutschen Reichs, weshalb sie auch des Deutschen Reichs Kissen und Schlüssel genannt wurde.
Der steile Berg, auf welchem zum Teil die Stadt liegt, wurde seiner, den Fluß und die Umgegend beherrschenden Lage wegen schon als militärisch wichtiger Punkt erkannt und benutzt. Derselbe wird schon zur zeit des Julius Cäsar als ein fester Ort der Sequaner unter dem Namen Mons Brisiacus erwähnt, dessen sich Ariovist bemächtigt hatte. Später wurde der Ort von Kaiser Valentinian I. 369 zur Verteidigung der Rheingrenze gegen die Germanen befestigt und bald der bedeutendste der Gegend, nach dem auch der umliegende Gau, der Breisgau, seinen Namen erhielt. Später kam Breisach in die Gewalt eines germanischen Geschlechts, der Harelungen.
Im Anfang des 10. Jh. gehörte es dem Herzog und Pfalzgrafen der Franken am Rhein, Eberhard. Derselbe bekämpfte von hier den Kaiser Otto I., in dessen Gewalt Breisach nach Eberhards Tode 939 fiel.
Im 12. Jh. kam Breisach durch Vertrag in den gemeinschaftlichen Besitz des Kaisers und des Bistums Basel, worauf es noch stärker befestigt wurde. Kaiser Otto IV. übergab es dann dem Herzog Berthold V. von Zähringen, welcher das Schloß gründete. Kaiser Friedrich II. bestätigte 1218 dem Bischof von Basel seine geistlichen Rechte auf Breisach, und das Bistum gelangte 1254 in den vollen Besitz der Stadt. Doch wurde dieselbe 1262 von Rudolf von Habsburg mit List genommen und erst gegen Erstattung von 900 Mark Silber mit allen Ansprüchen zurückgegeben.
Unter König Rudolf I. wurde Breisach zur Reichsstadt erhoben. Rudolfs Sohn, Albrecht I., riß Breisach bleibend an sich, sodaß den Bischöfen nur einige Hoheitsrechte in der Stadt verblieben.
Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Breisach 1633 von den Schweden vergeblich belagert, von Herzog Bernhard von Weimar jedoch nach langwieriger Belagerung am 19. Dezember 1638 durch Kapitulation genommen. Die Verteidigung von Breisach durch General von Rheinach ist eine der glorreichsten in der Kriegsgeschichte. Kaiser Ferdinand III. bemühte sich vergeblich, Breisach und das Elsaß wiederzuerobern, und die Festung wurde um Westfälischen Frieden an Frankreich überlassen, welchem sie als einer der drei Hauptschlüssel des Königreichs verblieb, bis der Ryswiker Friede 1697 sie wieder an das Deutsche Reich brachte. Ludwig XIV. ließ dagegen auf dem linken Rheinufer, Breisach gegenüber, Neubreisach anlegen.
Im Spanischen Erbfolgekrieg fiel Breisach 1703 durch Verräterei und Arcos Feigheit in die Gewalt der Franzosen, welche es behaupteten, bis sie es 1715 infolge des Rastatter Friedens an Österreich zurückgeben mußten. Kaiser Karl VI. ließ die Festungswerke noch verstärken und auf dem naheliegenden Eggersberg oder Eckardtsberg ein wichtiges Fort erbauen.
Als jedoch im Österreichischen Erbfolgekrieg 1743 die Franzosen den Breisgau bedrohten, ließ Maria Theresia einen Teil der Werke sprengen und die Kriegsvorräte nach Freiburg bringen. Nachdem hierauf die Franzosen Freiburg erobert hatten, nahmen sie auch Breisach weg, schleiften die noch übrigen Festungswerke und sprengten bei dieser Gelegenheit den durch sein Altertum und seine Festigkeit berühmten Turm Herzog Berholds V.
Während der französischen Revolutionskriege 1793 zerstörten die Franzosen vom linken Rheinufer aus die Stadt, legten aber, nachdem sie dieselbe besetzt, 1796 neue Befestigungen an. Vergeblich blockierten die Österreicher dieselbe im Winter 1799-1800. Endlich im Frieden von Lunéville wurde die Stadt mit dem Breisgau dem Herzog von Modena, bald darauf auf den Erzherzog Ferdinand von Österreich, zuletzt 1805 durch den Preßburger Frieden dem Großherzogtum Baden zugeteilt.
Im Kriege von 1870-71 litt Breisach sehr durch die Beschießung von seiten der jenseits des Rheins gelegenen, französischen Festung Neubreisach.
siehe auch
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