Bergmann, Gustav Adolf
Aus Encyclopaedia Germanica
Gustav Adolf Bergmann, geboren am 6. Mai 1876 in Straßburg, war einer der Hauptvertreter der elsaß-lothringischen Autonomistenpartei (1870-1918).
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Leben
Gustav Adolf Bergmann wurde nach einer längeren Tätigkeit in dem Geschäfte eines Schiffsreeders zu Rouen (Frankreich) 1841 Kompagnon eines Ölraffinerie- und Kolonialwaren-Grossogeschäfts in Straßburg. Um der infolge der Februarrevolution von 1848 eingetretenen Kreditstockung zu steuern, gründete er ein Comptoir national, dessen Grundkapital (1/2 Million Franken) er selbst mit seinen Freunden zusammenbrachte.
Delegierter des französischen Finanzministeriums
Als Delegierter des Finanzministeriums wurde er ferner mit der Organisation eines Magasin général betraut, welches dem Kreditbedürfnis des Handels entgegenkam und bis 1852 von Bergmann unentgeltlich geleitet wurde. Im Jahr 1850 beteiligte er sich an der Gründung der ersten Bankkommanditgesellschaft in Straßburg, in deren Aufsichtsrat er den Vorsitz führte. Dem elsässischen Handel und Gewerbe leistete er durch Gründung und Unterstützung zahlreicher gemeinnütziger Institutionen die wesentlichsten Dienste.
Abgeordneter im deutschen Reichstag
1877 wurde er als Vertreter der autonomistischen Partei in den deutschen Reichstag gewählt, wo er mit von Varnbüler zur Verteidigung eines gemäßigten Schutzzollsystems eine freie wirtschaftliche Kommission gründete, die anfangs nur 15 Mitglieder zählte, bald aber zahlreich Nachfolge fand. Auch die Schöpfung des Volkswirtschaftsrats verdankte seiner Anregung ihren Ursprung.
Bei den Wahlen 1878 unterlag er der Protestpartei, wurde jedoch nach Einsetzung der Statthalterschaft in den Staatsrat der Reichslande berufen.
Veröffentlichungen
- Qu'est-ce que le chemin de fer?, 1860
- L'état directeur des chemins de fer français, 1861
- Zur Enquête über ein einheitliches Tarifsystem auf den deutschen Bahnen, Berlin 1876
- Die zukünftigen Zollverträge auf der grundlage autonomer Tarife der industriellen Länder des europäischen Kontinents, Straßburg 1879

