Beffert

Aus Encyclopaedia Germanica

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Beffert
Wappen
Bild:Wappen Beffert.png
Basisdaten
Staat: Elsaß-Lothringen
Land: [[Elsaß]]
Bezirk: [[Elsgau]]
Kreis: Beffert
Kanton: Beffert
Einwohner:
Politik
Bürgermeister:
Regierende Partei(en):

Beffert (frz. Belfort) ist eine Stadt im Elsgau, an der Savoureuse, 69 km südlich von Colmar, Hauptort eines Kreises und eines Kantons.

Bild:fessel.gif Beffert befindet sich seit 1636 unter französischer Fremdherrschaft. Die einheimische Bevölkerung wurde nicht vertrieben.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Stadt Beffert und deren Namen stammt aus einer alten Burg, die man wegen ihrer Lage oder wegen ihres schönen Baus Belfort (= schöne Burg) nannte und die angeblich im 11. Jahrhundert errichtet wurde.

Von Mömpelgard zu Habsburg

Keine Urkunde erwähnt die Burg Beffert vor 1220; zu dieser Zeit gehört sie den Grafen von Mömpelgard (Montbéliard). Am Anfang des 14. Jh. bringt sie Johanna von Mömpelgard als Morgengabe an Ulrich II., den letzten Grafen von Pfirt, dessen Tochter Albert, den Sohn des Kaisers Albrechts I. heiratete, und somit alle Besitzungen dieser mächtigen Grafschaft an die Casa Austria brachte. Die Stadt war schon entstanden und unterschied sich zwischen Belfort sur la Roche (Beffert ob dem Fels) und Belfort sous la Roche (Beffert unter dem Fels). Rainer von Burgund, Graf von Mömpelgard, gewährte ihren Einwohnern durch eine Urkunde von 1307 die Befreiung von aller Frohnarbeit und die freie Wahl des Magistrats; allein der Vogt wurde vom Herren ernannt und übte seine Autorität hauptsächlich in kriminellen Angelegenheiten aus.

Johanna von Mömpelgard, Gräfin von Pfirt, gründete dort 1342 einen stift mit zwölf stiftsherren und dreizehn Präbendaren. Diese Anzahl wurde später auf sechs stiftsherren herabgesetzt. Der Stift war St. Christoph geweiht, während die Pfarrkirche und die Pfarre St. Denis, dem alten Patron der Stadt geweiht blieben. Dieselbe Gräfin Johanna gündete dort 1349 ein Spital. 1400 zerstörte ein Brand fast die gesamte Stadt. Während der Burgunder Kriege hatte sie ebenfalls viel zu leiden.

Die Erzherzöge bestätigten den Einwohnern die Privilegien, die Rainer von Burgund ihnen gewährt hatte. Sie behielten sie auch während der kurzen Zeit, als die Herrschaft an die Familie von Mörsberg (Morimont) verpfändet war (1555 bis 1563). Die Burg, die erst von Bauern aus der Umgebung bewacht wurde, erhielt 1590 aufgrund eines Erlasses der Ensisheimer Regierung eine ständige Garnison.

Der Dreißigjährige Krieg

Der Dreißigjährige Krieg beeinflußte das Schicksal der Stadt in eine ungünstige Richtung: sie wurde von den (protestantischen) Schweden 1632 unter dem Rheingrafen erobert und 1633 von den katholischen Truppen des Herzogs von Feria zurückerobert. Nach der Niederlage der Kaiserlichen bei Thann (1634) kamen die Schweden nach Beffert zurück.

Am 28. Mai 1635 schlugen die Franzosen und Schweden unter dem Marschal de la Force bei Beffert den Herzog von Lothringen.

Der Graf de la Suze nahm sie 1636 im Namen des Königs von Frankreich in Besitz und wurde zu deren Gouverneur ernannt; doch da er während der Minderjährigkeit Ludwigs XIV. begangen hatte, kam der Marschall de la Ferté ihn belagern und wurde erobert die Festung am 23. Februar 1654.

Französische Okkupation

Der Kardinal Mazarini erhielt von Ludwig XIV. 1659 die Herrschaft Beffert, die 1781 von dem Herzog von Valentinois erworben wurde, der sie bis zur Revolution besaß. Doch der König von Frankreich behielt deren Souveränität und machte Beffert zu einer der wichtigsten Festungen seines Königreichs; die Befestigungen wurden von Vauban ab 1687 errichtet.

1814 und 1815 wurde die Stadt durch die Allierten blockiert; diese Belagerung wurde durch die Verteidigung durch General Lecourbe gekennzeichnet, der mehrere Kämpfe dem Erzherzog Ferdinand lieferte und sich, obwohl in der Minderzahl, in einem befestigten Lager unter Beffert festhalten konnte.

Unter der Restauration erhielt Beffert kurze Zeit die Aufmerksamkeit ganz Europas wegen der carbonarischen Konspiration, die dort 1821 aufbrach.

Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71

Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 ist Beffert durch seine lange Verteidigung und seinen Verbleib bei Frankreich im Versailler Präliminarfrieden berühmt geworden. Während noch Schlettstadt und Neubreisach belagert wurden, entsandte General von Werder die Division Tresckow gegen Beffert, welches von 20.000 Mann unter Befehl des Obersten Denfert-Rochereau besetzt war.

Am 3. November 1870 war Beffert eingeschlossen, soweit dies bei dem zum Teil waldigen Terrain mit nur 10.000 Mann geschehen konnte. Zur Deckung der Einschließung wurde am 9. November Mömpelgard (frz. Montbéliard) besetzt. Am 20. November verfügte man deutscherseits über 16.000 Mann Infanterie, 1.100 Reiter und 30 Geschütze; am 28. November wurde der waldbedeckte Mont-Salbert nordwestlich von Beffert genommen. Nachdem der Belagerungspark eingetroffen warm, begann die Beschießung am 3. Dezember und zwar von Westen her aus 27 Geschützen bei Essert und Bavilliers. Dieselbe ergab jedoch keine genügende Wirkung; auch wußte der Kommandant die belagerung sowohl durch Ausfälle wie durch das sehr geschickt geleitete Geschützfeuer der Forts aufzuhalten. Bayrische, württembergische und badische Belagerungsgeschütze verstärkten den bisher ganz ungenügenden Park, und General von Tresckow richtete den Angriff nunmehr gegen die Forts der Perches.

Am 10. Januar 1871 wurde das Dorf Damjustin (frz. Danjoutin) erstürmt, das am Westabhange der Höhen von Perches liegt, und am 9. schon konnte das Feuer gegen die Forts eröffnet werden. Am 16. Januar trafen Verstärkungen ein, durch welche das Belagerungsheer auf 25.930 Mann, von denen 2.500 krank waren, gebracht wurde, am 22. Januar wurde auch das Dorf Pfeffershausen (frz. Pérouse) am Ostabhange der Perches genommen und am 26. beim Einbruch der Dunkelheit ein gewaltsamer Angriff auf die Forts versucht. Dieser mißglückte jedoch, indem die Besatzung die Preußen mit einem so mörderischen Feuer empfing, daß sie mit beträchtlichem Verluste zurückweichen mußten.

Man wiederholten den Sturm am 8. Februar bei hellem Tage, und er glückte diesmal. Beide Forts wurden fast ohne Widerstand genommen und, trotz des vom Schlosse her gerichteten heftigen Feuers auch behauptet. Mit großer Mühe wurde schweres Geschütz nach den Perches gebracht, und die Beschießung der Citadelle sollte beginnen, als Beffert kapitulierte. Der Kommandant - Denfert-Rochereau - welcher mehrere Aufforderungen, selbst unter Bewilligung freien Abzugs, abgelehnt hatte, war jetzt von dem französischen Minister des Auswärtigen, Jules Favre, dazu veranlaßt worden.

Am 16. Februar 1871 wurde die Kapitulation abgeschlossen und der Besatzung, 372 Offiziere und 17.332 Mann, in Anerkennung ihrer Ausdauer freier Abzug mit allen kriegerischen Ehren bewilligt, und am 18. Februar rückten die Deutschen ein. Im Präliminarfrieden blieb das elsässische Beffert jedoch bei Frankreich.

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