Stöber, August
Aus Encyclopaedia Germanica
August Stöber, geboren am 9. Juli 1808 in Straßburg und gestorben am 19. März 1884 in Mülhausen, war ein elsässischer Dichter. Er war der Sohn des Dichters Ehrenfried Stöber und der Bruder des Dichters Adolf Stöber.
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Leben
August Stöber wurde durch seinen Vater und die im Hause ein- und ausgehenden Dichter in frühester Jugend der Dichtkunst, und zwar der deutschen, zugeführt. So wurden schon Gedichte von ihm gedruckt, als er noch Schüler des Protestantischen Gymnasiums war. 1826 bezog er die Universität und studierte nach Erledigung der damals üblichen philosophisch-historischen Vorbereitung Theologie. 1833 nahm er eine Hauslehrerstelle in dem am Abhang der nördlichen Vogesen lieblich gelegenen Oberbronn an, 1838 siedelte er als Mädchenschullehrer nach Buchsweiler, September 1841 als Lehrer an das Gymnasium nach Mülhausen über, wohin ihn sein Familiensinn zog; denn dort lebte seit kurzem außer seinem Bruder Adolf noch ein anderer Bruder und war seine Schwester verheiratet, und dorthin war von Oberbronn auch seine seit Ende 1835 verwitwete Mutter gezogen. Dezember 1871 trat er aus seinem Lehramt in den Ruhestand, blieb aber in seiner Stellung an der Stadtbibliothek, an der er seit 1857 Unterbibliothekar, seit 1861 Vorstand war. Er war lange Vorsitzender der Verwaltung des Museums, dessen Ausgestaltung ihm sehr viel verdankt. Viele Jahre war er auch Mitglied des Gelehrtenausschusses des Germanischen Museums zu Nürnberg, und 1878 verlieh ihm die philosophische Fakultät der Straßburger Universität den Ehrendoktortitel. Sein persönliches Zusammentreffen mit Jakob Grimm auf der Frankfurter Germanistenversammlung von 1846 war für seine künftige Tätigkeit entscheidend, die sich seitdem im engeren Bezirk des Elsasses ganz in den gleichen Bahnen bewegte, wie die Grimms für Gesamtdeutschland. Am 19. März 1884 ist er in Mülhausen gestorben. Seinem Vater ähnlicher als sein Bruder Adolf hat er gelegentlich in die politische Erörterung eingegriffen, vor allem aber Zeitschriften gegründet und gut zu leiten gewußt, 1838/39 die Erwinia, 1843/48 mit Georg Zetter die Elsässischen Neujahrsblätter, 1850/76 die Alsatia.
Werke
- Alsatisches Vergißmeinnicht, Straßburg 1825 (mit seinem Bruder Adolf Stöber)
- Alsabilder, Straßburg 1836 (mit seinem Bruder Adolf Stöber)
- Gedichte zur Feier des vierhundertjährigen Münsterbaus, 1839
- Gedichte, Straßburg & Heidelberg, 1842. 2. Aufl. Mülhausen, 1867
- Drei Ähren im Oberelsaß. Ein Gedichtzyklus, Straßburg, 1873. 2. Aufl. Straßburg, 1877.
- E Firobe im e Sundgauer Wirtshüs, Mülhausen, 1868.
- D'Gschicht vum Milhüser un Basler Sprichwort: D'r Fürsteberger vergesse, Mülhausen, 1822
- Erzählungen, Märchen, Humoresken, Phantasiebilder und kleinere Volksgeschichten, Mülhausen, 1873.
Gedichte
- An das rheinische Odeon
- Lebensbild
- Das Herz
- An einen Dichter
- Ein Zeitbild
- Die alte gallische Muse, 1830
- Der Wasgau zum Schwarzwald
- Das Münster in der Sternennacht
- Auf dem Straßburger Münster
- Weinblüt-Phantasien auf Hohkönigsburg



