Asow

Aus Encyclopaedia Germanica

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Asow (russ. Азов, türk. Azak) ist eine Stadt im Gebiet Rostow im Süden von Rußland, am südlichsten Arme des Don, 11 km vor der Mündung in das Asowsche Meer gelegen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Tanăis

Der Ort entspricht ungefähr der Stätte des alten Tanăis, einer Kolonie der bosporanischen Griechen am Flusse Tanăis (Don), welches eine blühende und mächtige Handelsstadt war, die noch Strabo „das gemeinsame Emporium aller europäischen und asiatischen Barbaren“ nennt und die, als sie sich der Herrschaft der bosporanischen Könige entzog, von König Polemo, dem Zeitgenossen des Augustus und Tiberius, zerstört wurde und unter gleichem Namen seit dem 2. Jh. n. Chr. am nördlichsten Arme wiedererstand, wo Überreste davon bei Nedwigowka, etwas über 7 km vom Meere, an dem sogenannten Toten Don aufgefunden worden ist.

Sarkel

Im Mittelalter erscheint in derselben Deltagegend ein anderer wichtiger Handelsplatz, welcher die Hauptstation auf dem Zuge der indischen Waren vom Kaspisee her bildete, das Sarkel der Chasaren (835 erbaut), bei Russen und Polowzern vom 10.-13. jh. Bjelaweschie, das Tana od. Alatena der italienischen Handelswelt, von 1204 bis 1261 während der Dauer des Lateinischen Kaisertums eine Besitzung der Venetianer, 1261-1471 den Genuesen gehörig. Dieses Tana lag an der Stelle des jetzigen Asow.

Azak

Unter dem Namen Azak kommt der Ort als Münzstätte des Chans der Goldenen Horde seit 1350 vor. Asow wurde 1395 von den Horden Timurs geplündert und verheert, 141 von den osmanischen Türken, 1572 und 1637 aber von den Donischen Kosaken erobert.

Dann hielt es 1641 eine dreimonatliche Belagerung durch die Türken aus, bis es 1642 von diesen eingenommen wurde. Nachdem Peter der Große 1695 den PLatz 96 Tage lang mit einem Verluste von 20-30.000 Mann belagert und seit dem 30. Mai 1696 zu Wasser unter dem Kommando Leforts, zu Lande unter dem Gordons und Scheins eingeschlossen und beschossen hatte, kapitulierte der Kommandant Hassan Pascha am 18. Juli unter der Bedingung des freien Abzugs für alle Türken samt ihrer Familien und ihrer Habe. Der Zar tat vieles zur Befestigung und Hebung des Ortes, mußte ihn aber im Frieden am Prut 1711 an die Türken zurückgeben.

Asow

Die Russen nahmen ihn 1736 unter Lascy aufs neue und behielten ihn im Frieden von 1739, jedoch mit der Bedingung, alle Festungswerke zu schleifen. Schon 1771 stellten indes die Russen Asow wieder her und erhielten es 1774 im Frieden von Kutschuk-Kainardschi definitiv samt der freien Schiffahrt auf dem Asowschen und Schwarzen Meer.

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