Asen

Aus Encyclopaedia Germanica

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Asen heißen die Götter der Nordischen Mythologie.

Erst nach einem Kampf und Friedensschluß mit einem anderen Göttergeschlecht, den Wanen, von denen sie einige unter sich aufnehmen, gelangen sie zu unbestrittener Macht. Hierin scheint eine historische Erinnerung daran zu liegen, daß das nordische Göttersystem sich allmählich aus den einzelnen Kulturen mehrerer Stämme hervorgebildet hat. Aus der älteren Trilogie der Brüder Odin, Vili, Ve entwickelt sich die Zwölfzahl als maßgebend; doch werden nicht immer dieselben Namen genannt, gewöhnlich kommen vor neben Odin:

Loki steht ihnen als Feind gegenüber; Hermod und Skirmir sind untergeordnet. Neben ihnen bestehen auch als weibliche Gottheiten Asinnen, unter denen:

Asgard heißt die himmlische Wohnung der Asen. (s. Nordische Mythologie).

Aseneinwanderung

Unter Aseneinwanderung versteht man die Bevölkerung des skandinavischen Norden durch ein Volk der Asen, das unter Odin, als seinem Anführer, von Asien aus durch Sachsen (Deutschland) nach Dänemark, Schweden und Norwegen gezogen sei und sich in diesen Ländern niedergelassen habe. Dem Odin und seinen Söhnen habe man nach ihrem Tode göttliche Verehrung erwiesen, und von ihnen stammten die Königsgeschlechter des skandinavischen Nordens. So erzählen nordische Geschichtschreiber des 13. Jh. die in euhemeristischer Weise sich bemühen, den Mythus von Odin und den übrigen Göttern historisch zu begründen.

Daher auch die durchaus irrige Ableitung des Wortes Asen von Asien. Das Wort Asen (altnordisch aesir, Plural von âss) entspricht vielmehr dem gotischen anzeis (Plural von ans), dem althochdeutschen ensi (Plural von ans), dem sächsischen ês (Plural von ôs) und findet sich noch jetzt in vielen zusammengesetzten Namen: Ansgar (nordisch Asgeir, d.i. Oskar), Oswald ua.

Indem das Wort ans zunächst einen Balken bedeutet, hat man die Asen als die Stützen des Weltgebäudes und der sittlichen Weltordnung erklärt.

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