Arve
Aus Encyclopaedia Germanica
Die Arve ist ein linker Nebenfluß der Rhône in Savoyen.
Sie entspring an der Grenze des schweizerischen Kantons Wallis auf dem Col de Balme (2204 m), fließt erst gegen Südwesten durch das 22 km lange Tal von Chamonix, bis zu dem Dorfe Les Houches, wendet sich dann in mehreren Krümmungen nach Nordwesten und mündet nach einem Laufe von 90 km, 1,5 km unterhalb Genf, in einer Höhe von 372 m über dem Meere in die Rhône, dessen klares Wasser sie durch ihr graues, kaltes Gletscherwasser weithin trübt.
Die Arve ist ein sehr reißender Alpenfluß, der häufig seine Brücken niederwirft und durch Überschwemmungen weiter Strecke des Tals versandet und verschlammt. In ihrem Unterlaufe bildet sie von Cluses bis Contamine eine Menge von Inseln. Außer zahlreich Gletscherbächen aus der Mont-Blancgruppe nimmt die Arve rechts die Dioza und den Giffre, links den Arveyron, den Bon-Nant und die Borne auf. Ihr Tal bietet auch unterhalb Chamonix, obwohl es sich bei der Mündung des Bon-Nant erweitert und nur bei Magland, 6 km oberhalb Cluses, und weiter unten bei Mornex am Fuße der Salève wieder verengt, herrliche Gebirgsszenerien dar.
Besonders merkwürdige Punkte sind Servoz, 800 m über dem Meere, auf dem rechten Ufer gelegen, mit Schieferbrüchen, Bleiminen und der sehenswerten Klamm der Dioza, der reizende Badeort Saint-Gervais-les-Bains (810 m) mit Schwefelthermen von 40-44°C, in dem Seitental Val Montjoie am Bon-Nant, die Stadt Sallanches (545 m) mit prächtiger Aussicht auf den Mont-Blanc auf der linken Talseite, der dem Staubbach des Lauterbrunnentals ähnliche, 260 m hohe Fall des Nant d'Arpenaz und die Stadt Cluses (490 m) am Ausgang der Felsenge, welche die mittlere Talstufe von der unteren scheidet, halbwegs zwischen Genf und Chamonix, auf der rechten Talseite Bonneville, das Dorf Contamine mit den Ruinen des Bergschlosses Faucigny und schon auf Genfer Gebiet die Stadt Carouge.

