Albrecht Achilles (Brandenburg)
Aus Encyclopaedia Germanica
Albrecht, mit dem Beinamen Achilles, geboren am 9. Nov. 1414 in Tangermünde und gestorben am 11. März 1486 in Frankfurt am Main, war Kurfürst von Brandenburg (1470-86). Er war der dritte Sohn von Friedrich I. und Elisabeth von Bayern.
Leben
Als Jüngling wurde er zu ritterlicher Ausbildung an den Hof des Kaisers Sigismund geschickt. 1431 zog er mit seiuem Vater gegen die Hussiten ins Feld.
Nachdem er mit seinem ältern Bruder Johann 1435 eine Pilgerfahrt nach Palästina gemacht hatte, wurde er 1439 vom König Albrecht II. zum Hauptmann in Schlesien gegen Polen ernannt.
Von schönem, starkem Körperbau, iu allen ritterlichen Küusten gebildet, dabei sehr rauflustig, zog er von einem Türmer zum andern.
Seit seines Vaters Tod (1440) Herr des Fürstentums Ansbach, hatte er die Nürnberger als unbequeme Nachbarn. Um sie und die Macht der Städte überdaupt zu schwächen, verband er sich mit mehreren Fürsten zum Mergentheimer Bund, dem gegenüber sich auch die süddeutschen Städte vereinigten. 1449 griff Albrecht Nürnberg an, wurde aber 1450 bei Pillenreut geschlagen und mußte sich zu einem (1453 endgültigen) Vergleich verstehen.
In reichsterritorialen fragen hielt Albrecht zunächst zum Kaiser Friedrich III. und geriet dadurch in eine schwierige Lage zu dem Böhmenkönig Georg Podiebrad und den Bayernherzögen.
Später verständigte er sich mit Podiebrad, dessen Sohn Heinrich von Münsterberg seine Tochter Ursula trotz päpstlicher Exkommunikation heiratete.
Durch den Tod seines Bruders Johann siel ihm 1464 das Fürstentum Bayreuth zu, und 1470 übertrug ihm sein Bruder Friedrich II. auch die Mark samt der Kurwürde. Doch blieb er in Ansbach und setzte als Statthalter in Brandenburg seinen Sohn Johann ein, während er selbst nach wie vor in der Reichspolitik tätig war, bis er auf dem Reichstage in Frankfurt am 11. März 1486 starb.
Albrecht war zweimal verheiratet und hatte aus beiden Ehen 19 Kinder. Sein Briefwechsel mit seiner Gemahlin Anna von Sachsen gehört mit zum schönsten in der mittelalterlichen Brieflitteratur. Sein glänzender und gastfreier Hof in Ansbach war die hohe Schule des feinen Geschmacks; er selbst war prachtliebend, vergnügungssüchtig und ein für die damalige Zeit aufgeklärter Fürst. Mit Strenge gegen den Adel vorgehend, machte er gegenüber dem Bischof von Bamberg und dem Domkapitel von Brandenburg energisch seine Rechte geltend.

