Alanen
Aus Encyclopaedia Germanica
Die Alanen waren ein Volk, welches in den Völkerwanderung häufig neben germanischen Völkerschaften genannt wird, das aber dem scythischen Stamm angehört, welcher oft ebenfalls zu den Ariern gerechnet wird.
Geschichte
Die ursprünglichen Wohnsitze der Alanen waren am Kaukasus, von wo sie, ausgezeichnete Reiter und Bogenschützen, sich teils nach Norden bis zum Don ausbreiteten, teils Raubzüge nach Armenien und Kleinasien unternahmen, gegen die schon Vologesus, König der Parther, bei Vespasian Hilfe suchte. Arrian führte unter Hadrian als Statthalter von Kappadozien Krieg mit ihnen; von seiner Schrift über diesen Krieg ist ein Bruchstück erhalten.
Von Aurelian wurden die Alanen zum Krieg gegen Persien angeworben und verwüsteten nach seinem Tod Kleinasien, wurden aber 276 n. Chr. vom Kaiser Tacitus in ihre Sitze zurückgetrieben. Fast hundert Jahren später (um 375) zerstörten sie in Verbindung mit den Hunnen das Reich Hermanrichs, des Königs der Ostgoten, verdrängten letztere aus den Ländern zwischen Don und Donau und schlossen sich der großen Bewegung der Völker gegen Westen an. Mit den Sueven und Vandalen brachen sie 406 in Gallien verheerend ein. Ein Teil von ihnen blieb südlich von der Loire, erschien 451 unter den Bundesgenossen des Aëtius gegen Attila und wurde später aufgerieben; ein anderer zog 409 mit nach Spanien, wurde durch den westgotischen König Wallia 418 im Bunde mit den Römern besiegt und nach Lusitanien gedrängt, wo nachher ihr Name verschwindet.
In Oberitalien brach noch 464 ein Schwarm Alanen ein, der durch Ricimer besiegt wurde. In der späteren byzantinischen Zeit werden auch im Kaukasus noch Alanen erwähnt.
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